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Steuererklärung 2012 – Hole dir soviel zurück wie möglich

Hast du schon deine Steuererklärung für 2012 gemacht? Vermutlich nicht und doch steht diese bis Ende Mai an. Steuern sind so eine Sache. Einige kennen sich damit aus und andere wiederum nicht. Ich persönlich mag das Thema und beschäftige mich seit Jahren damit. Vielleicht kann ich dir daher ein paar nützliche Hinweise geben, wie du Steuern sparen kannst und nicht zu viel zahlst.

Die erste Frage ist, ob du deine Einkünfte privat hältst oder gewerblich. Damit meine ich, ob du von Lohn/Gehalt lebst (als Gründer, Angestellter, Freelancer) und/oder eine Vehikel hast (UG, GmbH).

Private Steuererklärungen – setze soviel an wie möglich

Wenn du also alles privat versteuerst, dann ist die Steuererklärung nicht zwingend, denn immerhin hat das Finanzamt bereits seinen Anteil bekommen (durch die Lohnsteuer). Daher geht es eigentlich nur noch darum, dass du dir Geld vom Finanzamt zurück holst. Und nicht jeder möchte deswegen gleich zum Steuerberater. Hier ein paar Tipps, wie du deine Steuergelder wieder auf dein Konto bekommen kannst:

Werbungskosten kannst du recht viel nutzen. Hast du Zeitschriften gelesen? (Spiegel, Manager Magazin etc.), dann gebe diese als Fachliteratur an. Hast du zwischendurch von zu Hause gearbeitet? Dann kannst du anteilig dein Büro absetzen. Damit meine ich, dass du auf deiner Steuererklärung einträgst, dass du x% deiner Miete für berufliche Zwecke gerne wieder hättest. Hattest du weitere Arbeitsmittel? Briefmarken, Passfotos, Stifte oder Druckerpapier. Jeden Belege kannst du sammeln und später sagen, dass es notwendig war für deine Arbeit. Du bekommst eine Pauschale von 1.000€ und sollten deine Kosten höher gewesen sein, dann gebe es an. Ich habe in guten Jahren weit über 1k an Werbekosten gehabt.
Und wie war es mit Reisen? Flügen, Bahncard, Zugfahrten, Mietauto, Taxi. Alles sammeln und eintüten, wenn es einen beruflichen Grund gab. Und obendrauf gibt es Pauschalen. Wenn du also im Ausland warst, dann gibt es pro Tag eine Steuergutschrift.

Hier ist es wichtig, wie du argumentierst. Du kannst sagen (meistens fragt das Finanzamt nicht), dass dies für die Ausübung deines Jobs wichtig war. Oder du hast nebenbei Projekte gemacht und Rechnungen gestellt. Dann ist alles noch einfacher. So oder so, du brauchst für jede Ausgabe eine Geschichte. Du musst immer begründen können, warum dieses Essen, diese Fahrt am Ende gut für deine berufliche Laufbahn war (oder Erfolg eines Projektes).

Werbungskosten: mind. 1000€ Pauschale + mehr
Arbeitsmittel: >100€
Reisepauschale: >1.000€
Fortbildungskosten: >500€
Reisen: >>500€
Gesamt: 3.000€ an Kosten können dir bis zu 1.500€ an Steuererstattungen bringen.

All diese Punkte einfach in deiner Steuererklärung 2012 eintragen (Anlage N müsste es sein). Nicht vergessen, dass du immer Belege brauchst.

Meine Erfahrung ist, dass es am Ende immer Geld zurück gibt. Ob Büro, iPad, iPhone, Mac, Bürostuhl, Reisen, Bewerbungsfotos etc. Ich schenke dem Finanzamt nichts. Und seit Jahren gibt es immer im Frühjahr eine Überweisung zurück auf mein Konto. Selbst wenn es nicht die größten Beträge sind, hat sich jedes Mal die Arbeit gelohnt. Die Kosten sind so oder so entstanden. Wieso also nicht versuchen etwas davon ersetzt zu bekommen?

Ein paar Beispiele, die geklappt oder auch nicht geklappt haben: Bewirtung geht selten. Finanzamt streicht gerne die Belege für Essengehen zusammen. Dafür gehen Reisekosten immer durch. Wenn ich auf einer Alumni Veranstaltung war, dann werden Reisekosten + Hotel akzeptiert. Oder wenn ich in die USA geflogen bin für eine Veranstaltung + Seminar, dann sind dies vollkommen legitime Fortbildungskosten. Wenn es dafür sogar einen beruflichen Auftrag gab (Teil des Arbeitsverhältnisses), gibt es obendrauf Verpflegungspauschalen und Übernachtungspauschalen. PC ging auch immer (Software + Hardware), während mir das Finanzamt mein iPad nicht akzeptiert hat. Schade, denn ich brauche es echt fast nur beruflich. Sogar meine neue Brille hat das Finanzamt anteilig erstattet. Und falls du deine private (Zusatzs)Versicherung hast, kannst du diese ebenso angeben. Ebenso geht: Gebühren (für Verbände, Xing), Umzug (Makler, Transport), Studium/Seminare (Fees, Transport, Material, Wohnung), Arbeitsgeräte und Sonderkosten (z.B. Brille).

Gewerbliche Steuererklärung – Potential für Optimierung

Wenn du eine UG/GmbH hast, dann ist alles leichter und doch etwas komplexer. Du musst vermutlich einen Jahresabschluss erstellen. Und vermutlich hast du einen Steuerberater, welcher 1.000€ und mehr für das ganze Jahr verlangt. Doch ist es das Geld wert? Ich habe jedenfalls mehrere Gesellschaften und einige machen keine Umsätze (sondern halten Beteiligungen). Mir sind da tausend Euro zu schaden.

Hier kannst du halt alles angeben. Mietwagen, Büro, Arbeitsmittel, Software etc.. Wenn du jetzt beides hast (Gehalt und ein Vehikel), kannst du anfangen zu optimieren. Gewisse Kosten kannst du privat oder auch über deine UG/GmbH tragen. Hier liegt es an dir zu entscheiden, wo du eher Kosten brauchst. Wenn du privat gut verdienst hast, dann sollte die Werbungskosten privat von dir getragen werden, denn es mindert deine Steuerlast. Doch wenn du in der Firma (z.B. durch Freelancertätigkeiten oder Verkauf von Anteilen) Gewinne gemach hast, dann schiebe die Kosten rüber. Dies geht dadurch, dass du z.B. deinen PC an deine Firma verkaufst. Oder dein Arbeitszimmer an deine Firma weitervermietest. Ebenso ist es möglich, dass deine Privatausgaben an deine Firma in Rechnung stellst. Alles machbar, solange es einen beruflichen Zwecke diente.

Brauche ich einen Disclaimer?

Ich bin kein Steuerberater und habe keine (rechtliche) Ahnung von Steuern. Wenn das Finanzamt meinen Blog liest (ich wünschte, die Ämter wären so modern), dann habe ich nichts zu verstecken. Sei immer sauber mit euren Steuern. Ich kann dir nur raten, dass du nicht wegen ein paar Hundert Euro Belege angebt, die nicht in die Steuererklärung gehören. z.B. die Rechnung von einer Gaststätte für deine Geburtstagsparty. Oder du behauptest die Designerjeans wäre Arbeitskleidung. Genau wie der Urlaub am Strand nicht eine Bildungsreise war. Sowas sollte man nie machen. Einfacher Grund: Wenn das Finanzamt dir einmal misstraut und etwas findet, dann haben die dich auf Ewig auf deren Liste. Und du hast wirklich keine Lust, dass du jedes Jahr eine Prüfung bekommst und jede deiner Steuererklärungen (auch rückwirkend) auseinander genommen wird. Lieber ehrlich sein und dafür weniger Stress in der Zukunft!

Wer eine Vorlage für die Erstellung eines Jahresabschlusses braucht – mir einfach schreiben.

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