in Allgemein

Mein persönlicher Jahresrückblick 2018

Fabian Westerheide 2018

Jedes Jahr schreibe ich einen persönlichen Rückblick, was ich erlebt, geleistet, gelernt, verloren und gewonnen habe (2017, 2016). Für mich es ist interessant, über die Jahre meine eigenen Gedanken zu verfolgen. Und zugleich teile ich immer gerne mein Wissen und meine Erfahrungen.

Wenn ich 2018 mit zwei Wörtern beschreiben müsste, wären es erfolgreich und anstrengend.

Vermutlich hängt beides miteinander zusammen. Vermutlich ist es auch eine Frage der Definition.

Ich bin sehr dankbar, dass ich auch 2018 jeden Tag meiner Leidenschaft folgen konnte. Dass ich für ein großes Ziel kämpfe. Dass es trotz Rückschlägen konstant nach vorne geht. Doch gleichzeitig erkenne ich erneut, dass die Energie, die wir haben, begrenzt ist. Ebenso ist unsere Lebenszeit begrenzt. Die Lebensstunden, die wir mit unserer Berufung verbringen, fehlen uns für andere Bereiche unseres Lebens.

Nun werde ich meine Höhepunkte beschreiben, meine Aktivitäten, Bücher, die ich gelesen habe und empfehle, Niederlagen eingestehen, meine persönliche Entwicklung reflektieren und Ziele für 2019 setzen.

Meine Höhepunkte 2018

Ich habe es endlich mal geschafft, regelmäßiger Paintball zu spielen. Darunter waren sogar 2 Big Games in Polen und Mahlwinkel. Big Games sind Szenario-Turniere mit bis zu 2.000 Teilnehmern, welche sich für ein Wochenende im Wald treffen.

Zusammen mit Roland Berger haben wir die Global Artificial Intelligence Landscape veröffentlicht. Es war eine Menge Arbeit, diese 11.000 Firmen zu analysieren. Doch für mich ist wichtig, dass wir eine klare Botschaft quantitativ unterlegen konnten: Europa! Wach bitte auf!

Insgesamt bekam ich dieses Jahr echt viel und gute Presse. Darunter mehrere Artikel im Manager Magazin, Handelsblatt, Forbes, Frankfurter Allgemeine , Business Punk, Börsen TV, Focus und sogar chinesischen Zeitungen.

Ebenso durfte ich bei einigen Dokumentationen mitwirken, die über die nächsten Jahre erscheinen werden, darunter auch Terra X.

Dazu freut es mich, dass die Bundesregierung mit einer konkreten Strategie für künstliche Intelligenz vorankommt. Da haben sich die vielen Treffen im Berliner Regierungsviertel, die unzähligen Interviews und Aufforderungen doch gelohnt.

Aktivitäten 2018 – viel unterwegs

In 2018 komme ich auf 508 persönliche Meetings und Telefonate. Zum Glück leicht unter dem Wert von 2017, doch weiterhin zu viel.

Dazu kommen 42 Vorträge, Keynotes und Panels. Mein Rekord waren 3 Vorträge in 3 Ländern in 2 Tagen. Ebenso schaffte ich es dieses Jahr, an einem Tag viermal auf der Bühne zu stehen – auf unterschiedlichen Veranstaltungen.

12 Reisen ins Ausland habe ich hinter mir, darunter China, Italien, Belgien, Niederlande, Estland, England, Spanien und Österreich.

Ebenso reiste ich echt viel innerhalb von Deutschland. Bereits nach 2 Monaten hat die Bahn mich hochgestuft auf Comfort. Ich war viel in Frankfurt, München, Leipzig und Hamburg. Doch ebenso war ich geschäftlich in Kulmbach, Warendorf, Stuttgart, Bielefeld und Erfurt.

Was meinen Blog angeht, wird es immer weniger (6 Artikel dieses Jahr). Ich veröffentliche inzwischen vorwiegend auf LinkedIn.

Am meisten gelesen wurde 2018 mein Artikel über die Deutsche KI Industrie. Direkt darauf folgen die Klassiker über Finanzierungsphasen, Wandeldarlehen, Mitarbeiterbeteiligung und Gründung einer Venture-Capital-Firma.

Wir hatten eine großartige Rise of AI Konferenz mit 600 Teilnehmern in Berlin.

Und nicht vergessen sollte ich, dass wir es geschafft haben, einen der ersten weltweit regulierten Security Token Offerings zu planen, zu strukturieren und umzusetzen für unseren Asgard Singularity Fund.

Niederlagen & Rückschläge

Doch kommen wir auch zu den Punkten, die aus meiner Sicht nicht perfekt liefen. Das ist zuallererst der Crypto-Markt. Ich habe dieses Jahr einiges an digitalen Werten verloren. Natürlich bin ich noch gut im Plus, da ich vor 2016 einstieg. Trotzdem weiß ich noch, wie es 2017 zu meinen Höhepunkten gehörte. Also muss es 2018 zu meinen Tiefpunkten gehören.

Das Fundraising für unseren zweiten Asgard Fund läuft zäh. Wir sind dabei total innerhalb der Norm. Der Marktstandard sind 2 bis 3 Jahre. Doch für mich als Unternehmer ist dieses langsame Tempo sehr anstrengend. Ich liebe es, zu investieren und Portfoliofirmen zu helfen. Doch das Fundraising ist ein Vertriebsjob, der einfach nicht ideal zu meiner Persönlichkeit passt. Ich bin mir daher noch unklar darüber, was ich daraus lerne und wie meine Handlungen für 2019 sein sollten. Ich meine, beschweren kann ich mich nicht. Wir haben Investoren. Wir haben bereits genügend Kapital für Investments. Ich habe gute Gespräche mit Privatbanken und Family Offices am Laufen. Doch irgendwie wurmt mich die ganze Sache und ich weiß nicht, woran es liegt. Was denkst Du?

Meine persönliche Entwicklung

Keine Überraschung ist die Erkenntnis, dass viel Reisen und Termine ungeheuer an Zeit und Kraft kosten. Zeit und Kraft, die für meine Familie fehlt (ich danke daher meiner Frau für ihre Geduld, Liebe und ihr Verständnis). Und Zeit und Kraft, die auch einem selber fehlen für Sport, Ausgleich und Ruhe.

Wenn ich 2018 etwas nicht erreichen konnte, dann die ideale Balance zwischen Vollgasgeben und Pausen einlegen.

Bücher zum Lesen für 2019

Laut Amazon und Audible sind es 36 Bücher, die ich erworben habe. Nicht alle davon habe ich komplett gelesen. Wenn mich ein Buch nach 100 Seiten nicht fasziniert, lege ich es weg.

Für Dich jedoch hier die Empfehlungen der Bücher, welche ich 2018 gelesen habe und als lesenswert empfinde:

Machtbeben – Dirk Müller (Krisen kommen – immer)

QualityLand – Marc-Uwe Kling (die beste, humorvolle Dystopie, die ich je gelesen habe)

The Three-Body Problem – Cixin Liu (mein Versuch an chinesischer Scifi)

Skin in the Game – Nassim Nicholas Taleb (Taleb ist halt Taleb)

Utopien für Realisten – Rutger Bregman (endlich mal was Positives)

AI Superpowers – Kai-Fu Lee (und etwas Negatives)

Life 3.0 – Max Tegmark

Pläne für 2019

Ein Plan für 2019 ist es, weniger Pläne zu haben. Ich möchte weiterhin daran arbeiten, mehr im Jetzt und Hier zu leben. Sicherlich die schwierigste Aufgabe für mich.

Daher wird 2019 business as usual: Speaking, Advisory, Investments – rund um künstliche Intelligenz.

Dazu werde ich weiterhin an meinem Buch arbeiten.

Und ich möchte mindestens an 2 Big Games teilnehmen. Melde Dich bei mir, falls Du auch Paintball spielst.

Und wie immer: gerne Kommentare, Fragen und Deine eigenen Erfahrungen an [email protected]

Ich wünsche Dir ein ruhiges Ende des Jahres. Und ein erfolgreiches 2019 mit viel persönlichem Glück, beruflicher Erfüllung, wenigen Ängsten und viel Hoffnung.

Reisebericht aus China 2018 – der neuen Supermacht Euroasiens

Im September 2018 verbrachte ich das erste Mal zwei Wochen in China. Ich besuchte bekannte Städte wie Hongkong und Macau und entdeckte mir noch unbekannte Metropolen wie Guangdong, Hangzhou und Xiamen. Ich reiste alleine und hatte zahlreiche Termine mit Firmen für künstliche Intelligenzen, Start-ups, Inkubatoren, Vertretern von Behörden, aus der Politik und Verwaltung. Dabei wurden […]

Wir brauchen eine europäische Strategie für künstliche Intelligenz

Auch wenn mein letzter Artikel etwas selbstkritisch war (Gefangen im Leben), waren es doch einige großartige Wochen für mich. Wir hatten eine fantastische Rise of AI Konferenz (Bilder und Eindrücke auf Twitter) mit 600 Gästen und großartigen und spannenden Vorträgen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat mich zweimal erwähnt (Künstliche Intelligenz Halbzeit – es steht 4:0 […]