in Finanzen

Mit Aktien am KI-Megatrend verdienen: So baue ich mein Portfolio

Wenn Menschen mich nach Geldanlage fragen, denke ich fast immer in vier Streams:

  1. Aktien-Investments
    Liquid, in Echtzeit handelbar, der größte Markt der Welt. Hier investiere ich „freies“ Geld – und hier passiert (für mich) auch der größte Renditehebel.
  2. Operativer Cashflow (aktiv, KI-getrieben)
    Dein Job, deine Firma, dein Side-Business. Alles, was du mit Skill, Netzwerk und Technologie nach oben hebeln kannst – bei mir oft mit KI.
  3. Passive Anlagen zur Wertbewahrung
    Gold/Silber, Wald & Grundstücke, Immobilien. Dinge, die nicht 24/7 auf einem Bildschirm blinken und dich emotional in den Wahnsinn treiben.
  4. Beteiligungen an Startups
    Spannend, aber High Risk. Wenn, dann eher über professionelle Vehikel (z. B. VC-Fonds) – weil Auswahl, Zugang und Diversifikation hier entscheidend sind.

Heute geht’s um Stream #1: Aktien. Nicht akademisch. Nicht „so solltest du…“. Sondern so, wie ich es über die Jahre Freunden erklärt habe – und wie wir es in der Familie tatsächlich machen.

Transparenz: Das ist keine Anlageberatung, sondern ein Blick in meine Praxis. Du trägst immer selbst Verantwortung für deine Entscheidungen.


Warum Aktien? Weil sie ehrlich sind (und gnadenlos)

Aktien sind brutal transparent:
Du siehst jeden Tag, ob der Markt deine These gerade feiert – oder hasst.

Und genau deshalb liebe ich sie. Aktien zwingen dich, sauber zu denken:

  • Was ist mein Zeithorizont?
  • Warum halte ich diese Firma?
  • Was müsste passieren, damit ich sie verkaufe?

Wenn du diese Fragen nicht beantworten kannst, bist du nicht Investor – du bist Aktien-Tourist.


Meine Frau und ich: zwei Depots, zwei Welten

Ich habe über die Jahre einigen Freunden beim Einstieg geholfen. Das Schönste war aber zu sehen, wie meine Frau das Thema für sich entdeckt hat.

Als wir uns kennengelernt haben, hatte sie 0 Aktien. Heute hat sie mehrere sehr solide Portfolios. Und ja: Es macht ungeheuer Spaß, wenn man merkt, wie aus Unsicherheit echte Souveränität wird.

Der wichtigste Punkt:
Sie investiert ruhiger als ich. Und das ist kein Nachteil – im Gegenteil.


Das Depot unseres Sohnes: langweilig, stabil, erfolgreich

Zur Geburt unseres Sohnes haben wir ein Depot angelegt. Deutlich passiver als meine eigenen Depots.

Grob gedacht als:

  • Tech
  • Defense
  • ETFs
  • Versicherungen / Stabilitätsanker

Ergebnis bisher: ~30 % Wertsteigerung in 2 Jahren, ohne große Rücksetzer. Ausgeglichen, stabil, „läuft“.

Details dazu mache ich separat – aber das Prinzip ist wichtig:

Für Kinderdepots will ich keinen Nervenkitzel. Ich will Zeit und Zinseszins.


Meine Depots: mehr Risiko, mehr Strategie, mehr Bewegung

Meine Depots sind anders. Ich gehe mehr Risiko ein – bewusst.
Und ich fahre mehrere Strategien parallel:

  • Rendite-Treiber (Wachstum, Tech, KI)
  • Stabilitätsanker (Cashflows, Dividenden, „ruhige“ Weltmarkt-Logik)
  • Trend-Wetten (Defense, spezielle Themen, manchmal sehr konzentriert)

Das klingt komplizierter als es ist. In der Praxis heißt es:
Ich baue ein Portfolio wie ein Haus.

Unten: Fundament.
Oben: Dach.


Konkrete Titel: Wo bei mir die Musik gespielt hat

1) KI-Halbleiter: der Maschinenraum der neuen Ära

Wenn du KI ernst nimmst, landest du früher oder später bei Chips. Ohne Chips keine Rechenzentren, ohne Rechenzentren keine Modelle, ohne Modelle keine Produkte.

Beispiele (aus meinem Portfolio/Watchlist-Universum):

  • NVIDIA
  • Micron
  • SK Hynix
  • Lam Research
  • ASML
  • Broadcom

Das sind für mich Infrastruktur-Wetten.


2) Cloud & Plattformen: die Betreiber der KI-Welt

Die zweite Schicht sind die, die KI „ausrollen“ – in Produkte, in Unternehmen, in Plattformen.

Beispiele:

  • Microsoft
  • Alphabet
  • Amazon
  • Meta

Wenn sich KI in der Breite durchsetzt, dann verdienen diese Player an der Nutzung – egal ob über Cloud, Ads, Tools oder Plattform-Ökosysteme.


3) KI-Software & Security: Daten, Traffic, Risiken

Mehr KI heißt auch: mehr Datenströme, mehr Angriffsfläche, mehr Infrastrukturbedarf.

Beispiele:

  • CrowdStrike
  • Cloudflare

Ich mag diese Ecke, weil sie nicht nur „KI-Gewinner“ sein kann, sondern auch ganz banal: Sicherheitsbudget schlägt Schönwetterbudget.


4) Defense: ein struktureller Wachstumsmarkt (leider)

Seit 2022 ist klar: Verteidigungsausgaben steigen. Nicht kurzfristig – strukturell.

Beispiele:

  • Rheinmetall
  • Leonardo
  • Leidos
  • RTX
  • Kratos Defense

Defense ist für mich kein „Hype“. Es ist ein Trend, der sich über Jahre zieht – getrieben durch geopolitische Realität, Modernisierung und Technologie.


Stabilitätswerte: Rendite sichern, Nerven schonen

Mit Tech-Gewinnen habe ich über Zeit Kapital in stabilere Unternehmen umgeschichtet. Nicht, weil ich Tech plötzlich doof finde – sondern weil ich Vermögen absichern will.

Beispiele:

Finanzen / Versicherungen

  • Allianz
  • Generali
  • BlackRock
  • Goldman Sachs

Gesundheit

  • Eli Lilly

Industrie / Infrastruktur

  • Linde
  • Air Liquide
  • Caterpillar

Diese Titel sind für mich „weniger aufregend“ – und genau deshalb wichtig.


ETFs: mein Werkzeug für Diversifikation und Trend-Abdeckung

Ich nutze ETFs nicht als Ausrede („Ich weiß nicht, was ich tue“), sondern als Werkzeug:

  • Diversifikation ohne Kopfweh
  • Trend-Abdeckung ohne Einzeltitel-Risiko

Beispiele:

Breit

  • Amundi Core MSCI World
  • iShares MSCI World Quality

Dividende

  • SPDR Global Dividend ETF
  • Vanguard FTSE All-World High Dividend

Themen (selektiv!)

  • Robotics / Automation / Semiconductors
  • Defense
  • Healthcare / Longevity

Bei Themen-ETFs bin ich besonders streng: Nicht jeder Trend ist investierbar – und nicht jeder ETF ist gut gebaut.


Meine Fehler (weil sie zum Spiel dazugehören)

Wichtig: Nicht jede These geht auf.

Komplett verkauft (weil These nicht mehr gepasst hat):

  • Salesforce
  • HubSpot
  • Walt Disney

Schwächer als erwartet / teils reduziert / teils noch gehalten:

  • TeamViewer
  • Wolters Kluwer
  • Coinbase
  • Roper
  • UiPath
  • Cadence
  • Synopsys

Fehler gehören dazu. Entscheidend ist nur:

Erkennst du sie früh genug – und lernst du daraus?


Meine drei Regeln, die mich (meistens) vor Dummheiten schützen

1) Ich verkaufe nicht in Panik

Wenn Märkte fallen, mache ich drei Dinge:

  • These prüfen
  • Fundament prüfen
  • Nur verkaufen, wenn ich nicht mehr überzeugt bin

2) Ich steige fast immer in Tranchen ein

Typischer Start:

  • 500 bis 1.000 Euro
  • beobachten
  • nachkaufen, wenn die These trägt

Das nimmt Emotion aus dem Spiel.

3) Ich weiß, welches Depot welches Ziel hat

  • Kinderdepot: stabil, passiv, langfristig
  • Meine Depots: mehr Risiko, mehr Hebel, mehr Bewegung
  • Familienvermögen: Balance zwischen Rendite und Schlaf

Schlussgedanke

Für mich sind Aktien am Ende die einfachste Art, sein Geld für sich arbeiten zu lassen: liquide, transparent, flexibel – und du kannst klein anfangen und trotzdem global investieren.

Alles andere kann Sinn machen, klar. Aber Dinge wie Immobilien sind oft teuer im Einstieg, langsam in der Bewegung und ehrlich gesagt nicht automatisch sicherer – sie fühlen sich nur oft so an.

Wenn du Fragen hast, Gegenpositionen siehst oder einen spannenden Titel (gerne KI/Tech/Defense, aber nicht nur) auf dem Radar hast: Schreib mir.

Ich sammle immer gern neue Aktien-Ideen, diskutiere Thesen – und helfe, wo ich kann.

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