Bootstrapping.me

Willkommen auf boostrapping.me

Ich freue mich über jeden Leser. Worum geht es? Nun seit 2011 schreibe ich über meine Erfahrungen als Venture Capital Investor, UnternehmerChef und Mensch.

Und falls du kostenloses Feedback für deine Idee haben möchtest? Dann schreibe mir.

5 Jahre Bootstrapping.me – ein Blog über Unternehmertum und die Zukunft

5 Jahre Bootstrapping.me

170.000 Worte, ein Artikel pro Woche seit 2011 und über eine halbe Millionen mal gelesen. Das waren die ersten 5 Jahre von Bootstrapping.Me.

Der erste Artikel kam im September 2011

Damals war ich noch Associate bei Point Nine Capital. Ich las ungemein viele Blogs um Wissen zu erhalten. Drei bloggende VCs waren ein Vorbild für mich und ich lese diese bis heute:

Fred Wilson mit AVC. Großartige Community hat er aufgebaut und konsequent täglich einen Beitrag. Mark Suster mit Both Sides of the Table. Großartig. Und mein damaliger Chef, Christoph Janz mit The Angel VC.

Seitdem ich meinen ersten Artikel im September 2011 veröffentlicht haben (eigener Server, WordPress), habe ich 175 Artikel geschrieben. Wenn ich die zahlreichen Gastbeiträge in anderen Medien berücksichtige, sind das konstant ein neuer Beitrag pro Woche seit fünf Jahren.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich meinen eigenen Stil dabei entwickelt habe und auch thematisch meine Schwerpunkte setzen konnte.

Heute kann ich sagen, dass ich ungemein gerne schreibe, mich jedoch selten dazu zwingen. Oft kreist ein Themen mehrere Wochen in meinem Kopf, bevor ich es in einer 3-Stunden-Session zur Wort bringe.

Der Anfang war nicht einfach

Gerade die Motivation jede Woche zu schreiben ist anfangs schwierig. Dafür sprechen auch meine ersten vier Artikel:

Vertikalisierung von sozialen Netzwerken
Unterlagen von Gründern für VCs
Die Nutzung von iPads in 2011
Idealab 2011

Die ersten Jahre war Venture Capital mein Fokus

Der Themenbereich Venture Capital umfasste die meisten meiner Artikel zwischen 2011 und 2012. Vorwiegend ging es um die Grundlagen (Terms Sheets, Liquidation Preferences, Vesting, Bewertungen), sowie die Gewinnung von Investoren oder Erstellung von Pitchdecks.

Inzwischen schreibt fast jeder VC darüber, doch 2011 gab es wenig deutsche Inhalte. Die Artikel sind nach wie vor wichtig, doch eher von fachlicher Natur statt persönlicher Eindrücke.

Schreiben über Gründererfahrungen

Mitte 2012 gründete ich dann Wunsch-Brautkleid.de und wechselte Anfang 2013 komplett das Lager auf die Gründerseite. Dadurch änderten sich auch meinen Themen (zu den Gründerthemen). Ab nun schrieb ich mehr aus Erfahrungen. Mein Blog wurde immer zu einem digitalen öffentlichen Tagebuch.

Vorwiegend schrieb ich über den Grünzungsprozess von Idee, Geschäftsmodell, Businessplan, Execution, Teamaufbau, MVP bis Personal. Dazu kommen zahlreiche Artikel über Finanzierungsmöglichkeiten (Angels, VCs, Crowd), sowie mögliche Karrieren in Startups. Besonders gerne mag ich die Artikel, wo ich meine Erfahrungen aus dem Alltag eines Gründers teile.

Neuer Fokus auf Technologien und Zukunft

2014 fing ich dann an mich wieder mehr mit neuen Technologien zu beschäftigen. Brautkleider im Netz zu verkaufen ist nicht unbedingt Deep-Tech. Ich gründete im gleichen Jahr meinen eigene Venture Capital Firma Asgard. Seitdem schreibe ich vermehrt über Themen der Zukunft. Der Aufbau ist einfach:

Wir leben in einer großartigen Zeit mit exponentiellen Wachstum von technologischem Fortschritt.

Roboter und künstliche Intelligenz dringen in immer mehr Bereiche unseres Lebens ein und erledigen die Arbeiten, die Menschen nicht machen wollen.

Es wird eine noch großartigere Zukunft in der jeder Mensch jederzeit das machen kann, was ihn/sie begeistert.

Dazu kommen natürlich noch vereinzelte Artikel über den Aufbau einer Venture Capital Firma. Hier haben wir Gründung + Venture Capital + Technologie in einem.

Vorträge sind ähnlich wir Blogbeiträge

2011 fing ich auch an Vorträge zu geben. Ich stehe gerne auf der Bühne und teile mein Wissen. Dies muss ich nicht jeden Tag machen, aber alle 6 bis 8 Wochen ist das eine Freude. Seit 2015 nimm das Vortragsthema richtig Fahrt auf. Alleine dieses Jahr spreche ich auf 3 TEDx Konferenzen und gebe Vorträge in 5 Ländern.

Zwar schreibe ich dadurch etwas weniger Artikel, doch jeder Vortrag ist genauso intensiv wie ein Blogbeitrag. Zudem ich meistens über das Rede, was ich vorher bereits auf Bootstrapping.Me veröffentlicht haben. So gesehen bekommen meine Leser also alle Infos als erstes.

Danke an meine Leser

Das Tracking meiner Leser ist nicht 100 % einfach, da mein ex-Cofounder mir mit einem Hack mal die Statistik zerschossen hat.

Meine größte Freunde sind die Emails meiner Leser, die ich täglich bekomme. Ich liebe eure Nachrichten und sage DANKE! Es gibt der Anonymität des Internets ein Gesicht.

Ansonsten sind meine Leser eine bunte Mischung aus Deutschland. Leute die gründen wollen mit 16 oder 50. Personen, die Fragen haben zu Termsheets, Mitarbeiterbeteiligungen oder Bewertungen. Unternehmer, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich. Neugierige und Interessierte.

27 % der Leser kommen aus Berlin, denn dies ist Deutschlands größtes Digitalökosystem. Auf Rang zwei kommen NRW (meine Heimat) und Bayern. Anscheinend gibt es echt wenige Gründer in Meck-P und Thüringen.

Insgesamt waren es in den letzten fünf Jahren über Hunderttausend Leser und meine Artikel wurden 500.000 mal gelesen. Davon sind 50.000 Leser regelmäßig auf Bootstrapping.Me. Cool!

Die Hälfte der Leser kommt über Google. Die andere Hälfte teilt sich auf Facebook, Direkt (oft wiederkehrende) oder Link-Empfehlungen auf.

Die 10 am häufigsten gelesenen Artikel

Folgende Artikel wurden am meisten gelesen bisher, in absteigender Reihenfolge:

Meine Erfahrungen mit Crowdinvesting (Crowdfunding)
Mitarbeiterbeteiligungen
Das perfekte Pitchdeck erstellen
Finanzierungsphasen für Startups
Terms Sheets und VC Basics
SEO – in 9 Monaten auf Platz 1 bei Google
22 Jobs die es in Zukunft nicht mehr geben wird
Finanzplanung für Startups
Participating Liquidation Preferences und VC Basics
Bewertungen für dein Startup

Die Top 10 ist recht VC lastig und innerhalb meines Fachgebiets. Zudem lassen sich die Keywords halt besser bei Google finden.

Meine 6 Favoriten von Beiträgen

Ich selber mag folgende sechs Beiträge am liebsten. Es sind die Artikel, wo ich Gefühle und Erfahrungen verarbeitet habe. Vielleicht schwieriger zu googlen, jedoch dafür vielschichtiger:

Die ersten 10 Unternehmerjahre
Lass dich fallen
12 Entscheiden die ich anders treffen würde
Vision des Jahres 2045
22 Jobs die es in Zukunft nicht mehr geben wird
Aus dem Unternehmerleben

Die letzten Worte für heute

Ich schreibe über das, was mach beschäftigt. Es sind Reflektionen, Erfahrungen oder Weitergabe von Wissen. In erster Linie schreibe ich hier für mich. Wenn es dir als Leser gefällt, dann umso besser.

Ebenso habe ich gelernt, dass man es nur durchhält, wenn man über ein Thema schreibt, was einem gefällt. Bootstrapping.Me ist bis heute kostenfrei. Es gibt keine Werbung. Ich platziere keine Advertorials. Ich verdiene kein Geld hiermit, daher sehe ich es als mein Hobby an.

Irgendwann mache ich ein Buch daraus. 170.000 Worte habe ich bereits geschrieben. Das wären 580 Seiten Buch.

Auf die nächsten 5 Jahre.

 

Rise of AI – Videos und Podcast über künstliche Intelligenzen

Would you upgrade?

Letzte Woche war wieder Rise of AI. Diesmal mit dem Thema Human coexistence with Machines. Es war ein toller Abend mit 160 Gästen – volles Haus im Betahaus Berlin.

Dies ist ein guter Anlass einige Worte zu schreibe, denn es wieder viel passiert.

Das war Rise of AI 2016

Die Videos gibt es hier.

Von mir gibt es eine kleine Einführung. Ich spreche über den Status der künstlichen Intelligenz und die Historie. Dann gehe ich auf das Thema Narrow Artificial Intelligence ein und grenze wiederum ab, was uns Menschen als Mensch auszeichnet (die nächste Stufe der Maschinenintelligenz).

Interessant ist, dass es wirklich „menschliche“ Eigenschaften sind: Liebe, Gier, Hass, Emotionen, Empathie, Glaube (an eine Seele, Gott, die Singularität).

Viele andere menschlichen Eigenschaften, können Maschinen bereits nachbilden: langfristiges Denken, Transferwissen, Flexibilität, kritisches Denken, Träumen oder Kreativität.

Ebenso beobachte ich, dass die Maschinen (KI, Robotor, usw) uns immer mehr im Job verdrängen (22 Jobs die es in der Zukunft nicht mehr geben wird). Wieso? Weil wir Menschen das wollen. Zum einem sind wir faul und wollen immer weniger physisch oder kognitiv arbeiten. Zum anderem ist Personal oft ein großer Kostentreiber, der reduziert werden soll. Weniger Kosten = mehr Gewinn. Eine einfache Formel für Unternehmer um KI-Systeme einzusetzen.

Aus meiner Sicht führt dies dazu, dass die Zukunft der Menschheit bedeutet, dass wir umso mehr Mensch sein können. Menschen sind nicht gemacht um von 8 bis 17 Uhr im Büro zu sitzen. Wir machen das für das Geld, Kultur, Erwartungshaltung oder Selbstbetrug. Würde sich jeder die Frage stellen, was er mit seinem Leben anfangen will, kommt selten die Antwort „den ganzen Tag im Büro sitzen“. Freunde, Familie, Reisen, Erlebnisse, Genuss, Gefühle – die spielen eine viel wichtigere Rolle. Es sind Erinnerungen an schöne und harte Momente, die einem bleiben.

Übrigens kann ich den Podcast über künstliche Intelligenzen mit Joel und Ronnie empfehlen. Wir haben eine Stunde erzählt: Was ist KI, AGI, Narrow AI, Machine Learning, Deep Learning, Reinforcement Learning, lernende Systeme, Anwendungsfälle, Paranoia Szenarien, Konsequenzen und Anwendungen.

Würdest du dich verbessern?

Wenn wir akzeptieren, dass Maschinen uns immer mehr aus unseren Arbeitstätigkeiten verdrängen, stellt sich die Frage: Wie damit umgehen?

Aus meiner Sicht gibt es hier zwei Themen.

  1. Grundeinkommen für Menschen ohne Arbeit. Arbeit als Selbstzweck verschwindet. Selbstbestimmung der Menschen und Selbstdefinition des Lebens.
  2. Verbesserung der Menschheit an sich.

Daher fragte ich alle Teilnehmer von Rise of AI, ob diese sich upgraden würden?

Dies sind die Resultate:

Would you upgrade?

Was würdest du in 20 oder 30 Jahren machen?

In diesem Kontext sind die Vorträge von Anish (Redner 1) und Trent (Redner 2) sinnvoll. Insbesondere Trent spricht das Thema sehr provokant an. Seine These ist, dass KI-Systeme immer mehr Zugriff auf Ressourcen bekommen, bis der Mensch aus der Gleichung fällt. Demnach bleibt dem Mensch nur die Wahl sich entweder zu digitalisieren (uploading) oder seine Hirnleistung zu steigern (Bandwith ++). Hier ist der passende und sehr spannende Vortrag.

KI in der Presse

Der Tagesspiegel hat einen sehr interessanten Artikel über Rise of AI geschrieben.

Für die Internet World Business habe ich ein paar Worte über Chatbots gesagt.

Das Handelsblatt hat über künstliche Intelligenz geschrieben.

Live treffen

Ich bin übrigens auf einem Virtual Reality Panel auf der IFA (Samstag).

Auf der Bits & Bretzel bin ich ebenso und rede über KI.

Für TEDx Heidelberg spreche ich im Herbst auch.

Bundesbank Meldepflichten für Venture Capital Firmen in Deutschland

ExtraNet AMS Bundesbank Venture Capital

Auch die Bundesbank verlangt regelmäßigen Meldungen von Venture Capital Firmen. In 3 Schritten leicht erklärt.

Gut 1,5 Jahre nachdem die BaFin Asgard zugelassen hatte, kam ein Brief von der Bundesbank. Anscheinend reicht es nicht aus, wenn die BaFin nach regelmäßigen Meldungen fragt (BaFin Meldepflichten für KVGs und AIFs). Jetzt möchte nun auch die Bundesbank ebenso wissen, was ich mit dem Kapital so anstelle. Es scheint wohl zu viel verlangt zu sein, wenn man nur einer Behörde seine Zahlen übermittelt. Doppelt hält halt besser hier in Deutschland.

Daher für die Erstfonds unter uns eine kurze Anleitung, wie man den Meldepflichten des Bundesbank für Venture Capital Firmen in Deutschland nachkommen kann.

1. Registrierung für eine BBK-Instituts-ID

Der einfachste Weg ist, dass du der Bundesbank eine Email an if-statistik@bundesbank.de sendest und formlos eine BBk-Instituts-ID beantragst. Diese brauchst du später für deine Reportings. In dem Antrag nennst du den Namen deiner KVG (rechtliche Gründung einer VC Firma), eure Anschrift und den Ansprechpartner. Nach ein bis zwei Tagen bekommst du deine ID.

2. Anmeldung im ExtraNet

Nun gehst du in das ExtraNet. Das ist die Weboberfläche der Bundesbank für Meldungen. Es ist das gleiche Portal, welches du auch verwendest, wenn du ausländische Investments getätigt hast und ein Z1 bis Z4 Formular ausfüllen musstest. Jedenfalls meldest du dich entweder als neuer Nutzer an oder machst eine Folgeregistrierung. Anschliessend gibst du deine neue ID ein, sowie deine BaFin ID, wählst Antrag 27 aus, druckst diesen, unterschreiben und absenden. Nun dauert es ein paar Tage, bis deine Daten im System hinterlegt werden.

Kleiner Hinweis: Da dein Fonds (also dein Spezial-AIF) vermutlich keine ISIN hat, musst du eine interne Kennungsnummer beantragen. Dafür schreibst du an die oben genannte Emailadresse eine liebe Email und bittest um eine interne Kenn-Nr für den Fonds. Die Personen bei der Bundesbank sind super nett (viel netter als bei der BaFin) und lege dir dann deinen Fonds direkt an. Ein paar Stunden später hast du deine Kenn-Nr.

3. Ausfüllen von Vordruck 10390KNR und 10391KNR

Meldepflichten Bundesbank Venture Capital

Nun wählst du im ExtraNet den Vordruck 10390KNR aus. Hier gibst du die Kenn-Nr aus Schritt 2 mit an. Im Endeffekt geht es um die rechtliche Struktur eueres KVGs und AIFs.

ExtraNet AMS Bundesbank Venture Capital

Anschliessend füllst du (monatlich) Vordruck 10391KNR aus. In diesem Formular geht es darum, wie du euer Kapital angelegt hast. Es werden keine Details angefragt, daher ist es recht entspannt. Anschliessend speichern, absenden und die PDF ablegen. Fertig.

Bundesbank Meldungen sind einfacher als BaFin Meldungen

Im Vergleich zur BaFin was dies deutlich einfacher bei der Bundesbank. Die Weboberfläche sieht zwar aus wie Windows 95, doch immerhin besser als eine XML Datei hochzuladen. Natürlich steht es jedem frei lieber mit XML zu arbeiten, diese Option bietet die Bundesbank auch an. Insgesamt hat der Prozess mich erstmalig 3 Wochen gekostet; vom Erhalt des Briefs bis zur ersten Meldung. Es dauert einfach, bis man alle Nummern beantragt hat und man das System nutzen kann. Danach braucht die eigentliche Meldung nur wenige Minuten.

Der Unterschied zwischen Hardware- und Software- Startups

Hardware vs. Software Startups

Hardware ist teuer zu bauen, komplex im Prozess und muss perfekt von Anfang an funktionieren. Zudem gilt Hardware heutzutage eher als trojanisches Pferd, um Software zu verkaufen. Software dagegen begeistert selten, ist abstrakt und hat mehr Wettbewerb. Ein Artikel über die Unterschiede von Hardware- und Software-Gründungen.

Hardware vs. Software Startups

Vor einigen Tagen wurde ein Podcast von mir auf digital kompakt veröffentlicht zum Thema: „Was Hardware so viel komplexer als Software macht“. Daher möchte ich auf dieses Thema tiefer eingehen und die Unterschiede zwischen Hardware- und Software-Start-ups beschreiben. Ich unterteile dies in Produkt, Gründungsteam, Geschäftsmodelle, Vertrieb, Operation, Finanzierung und Investoren.

Hardware muss perfekt sein – Software darf Fehler haben

Die Trennung von Hardware- (HW) und Software- (SW) Gründungen ist recht einfach. Hardware-Start-ups haben ein physisches Gut, Software-Start-ups nicht. Dazu kommt, dass Hardware-Start-ups ihre Produkte in Generation bauen. Man entwickelt oft eine 1.0 Version und entscheidet danach, ob man ein komplett neues Produkt auf den Markt bringt (zum Beispiel iPhone 5 und dann iPhone 6) oder das bestehende Produkt verbessert (iPhone 5S). Jedenfalls muss jede Marktversion perfekt sein und 100 % funktionieren, sonst gibt es eine Menge frustrierter Kunden.

Software-Start-ups haben es da eindeutig leichter. Software lässt sich in Iterationen entwickeln. Man fängt mit einer Alpha an, dann gibt es eine Beta und anschließend eine 1.0. Die meisten Software-Produkte haben Bugs – Perfektion sieht anders aus. Software wird konstant und fortlaufend entwickelt. Es ist ein fließender Prozess bestehend aus Releases.

Hardware-Gründungsteams sind größer

Eine Software-Firma zu gründen ist einfach. Man braucht 2 Entwickler und einen halben BWLer. Heutzutage sollten Frontend, Backend und Machine Learning im Gründungsteam abgedeckt werden (Wie finde ich einen Mitgründer für meine Idee?). Der halbe BWLer ist symbolisch. Gerade SaaS-Teams kommen anfangs recht weit, ohne dass ein Betriebswirt an Bord ist. Bei E-Commerce und Marktplätzen ist die Mischung oft andersrum. Hier suchen sich häufig Ex-Berater einen CTO und legen los.

Für Hardware-Ideen ist es deutlich schwieriger, das Anfangsteam zusammenzusetzen. Man braucht einen Produktdesigner, welcher die Optik (Gehäuse) des physischen Produkts übernimmt. Dazu benötigt man einen Hardware-Ingenieur, welcher den Prototypen baut und das Innere eures Produktes. Ein bis zwei Softwareentwickler sollten ebenso dabei sein: für das Backend (Firmware) und das Frontend (meistens Apps). Dazu ist es hilfreich, von Anfang an einen Kaufmann dabei zu haben, denn die Prozesse für Hardware-Firmen sind komplex.

Hardware-Firmen versuchen Software zu verkaufen

Die Geschäftsmodelle für Software-Firmen sind bekannt: E-Commerce, Marktplätze, Lead Generation (Advertising, Affiliate), Plattformen, SaaS oder APIs.

Die Geschäftsmodelle für Hardware sind weniger vielfältig und ich habe sie ausführlicher hier beschrieben: „Welche Geschäftsmodelle für Hardware gibt es?“.

Zuerst kann man Hardware verkaufen. Doch dabei hat man keine lange Kundenbeziehung und auch keine wiederkehrenden Umsätze. Wer einmal Geld mit digitalen Firmen verdient hat, tut sich schwer, ohne MRR (monthly recurring revenue) zu rechnen.

Daher ist Hardware-as-a-Service eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen. Ähnlich wie bei Software-as-a-Service (SaaS) bekommt der Anbieter eine monatliche oder jährliche Gebühr für die Bereitstellung der Hardware. Darin enthalten sind oft Dienstleistungen wie die Aufbereitung der Nutzerdaten (Analytics) und der Zugang zur Cloud (Vernetzung der Geräte). Die Firma WeissBeerger macht dies zum Beispiel.

Hardware-enabled-Services sind eine weitere Variante. Zusätzlich zum Kauf eines Produktes kann man weitere Premiumfunktionen kaufen. Fitbit bietet seine Fitnessarmbänder an und gegen eine Jahresgebühr gibt es Statistiken und Daten. Die Überwachungskamera Canary kann man kaufen und gegen Bezahlung lassen sich die Aufnahmen auch speichern.

Das ultimative Geschäftsmodell ist dann Hardware-as-a-Platform. Hier dient die Hardware als trojanisches Pferd, um die Software zu verkaufen. Die Hardware ist der Zugang für den Marktplatz, wo die Nutzer wiederum Apps oder Dienstleistungen erwerben. Zum Beispiel ist die Oculus Rift erst wertvoll (Hardware kostet rund 1.000 €) durch die Vielzahl an Anwendungen, die über den eigenen Appstore gekauft werden können. Ebenso ist das Amazon Kindle recht langweilig, wenn man keine E-Books erwirbt.

Hardware-Firmen können Geld verdienen bevor das Produkt fertig ist

Der Vorteil von Hardware-Produkten liegt im Verkauf. Man kann die klassische bestehende Infrastruktur an Einzel-, Großhändler und Onlinemarktplätzen (vorherrschend Amazon) nutzen. Dazu gibt es die Möglichkeit, sein Produkt schon vor dem Verkauf auf Indiegogo und Kickstarter seiner Zielgruppe anzubieten. Selbst wenn es das Produkt noch nicht gibt, ist es nicht ungewöhnlich, einige Tausend Vorbestellungen zu erhalten.

Software wird meistens über Marktplätze (zum Beispiel den AppStore) oder bestehende Plattformen (zum Beispiel Zendesk) vertrieben. Ebenso sind die üblichen Online-Marketing-Optionen wichtig: social marketing, content marketing, performance marketing (In 10 Monaten auf Platz 1 bei Google).

Wer B2B (Business-to-Business) macht, der kommt nie umher, das Telefon für Cold-Calls in die Hand zu nehmen. Dies betrifft Hardware- sowie Software-Firmen.

Hardware ist richtig kompliziert

Wer eine Software entwickelt, kann diese recht einfach Testkunden zur Verfügung stellen. Entweder es gibt einen Demo-Server, Testflight für Apps oder einen Beta-Zugang. Wer einmal live ist mit seiner Software, kann diese dann sehr gut mit Kennzahlen steuern: Conversion, DAU (Daily Active Users), churn, retention, CAC (Kundengewinnungskosten), CLTV (Kundenwert) und MRR (monatlicher wiederkehrender Umsatz).

Hardware ist dagegen richtig komplex. Erst hat man einen Work-like-Prototypen, bestehend aus vielen Kabeln und einem Arduino-Board. Parallel kann man mit einem 3D-Drucker ein erstes Gehäusedesign entwerfen. Damit ist man noch ziemlich weit von einem finalen Produkt entfernt. Den Prozess beschreibe ich ausführlicher im Podcast.

Die Entwicklungszeit dauert Monate bis Jahre. Die Hardware muss entwickelt werden. Die Hardware muss designt werden. Beides muss mit dem Produzenten abgestimmt werden, ob er dies produzieren kann und zu welchen Preisen. Parallel sucht man Lieferanten für die einzelnen Komponenten und macht sich Gedanken um das Assembly (Zusammenbau der Einzelteile).

Anschließend gibt es eine Series-0 (10 bis 100 Exemplare). Dafür muss vorab schon das Werkzeug (tooling) vorfinanziert werden. Mit den ersten Exemplaren kann dann erst das Testen angefangen werden. Es stehen einige Zertifizierungen im Raum. Als nächster Schritt wird die Logistik organisiert.

Wenn man so weit gekommen ist, dann hat man die klassischen Herausforderungen des Inventory Managements, Working-Capital-Optimierung und Supply-Chain-Managements. Zollbestimmungen, Steuern, lokale Gesetze und Regularien kommen oben drauf.

Hardware ist teuer

Software ist recht günstig zu entwickeln, am Anfang. Für unsere erste Version von Wunsch-Brautkleid haben wir damals weniger als 1.000 € investiert. Dank WordPress, Shopify, GitHub und AWS ist Software-Entwicklung immer günstiger geworden. Umso mehr spielt Zeit eine Rolle.

Viele Teams sind in der Lage, mit 100.000 € bis 300.000 € einen Produkt-Market-Fit zu erreichen. Wer gut ist, braucht weniger.

Geld (eine Finanzierung) wird meistens benötigt, um das Produkt weiter auszubauen und für Marketing. Oft gilt die Regel: Mehr funding = schnelleres Wachstum, da viele Märkte dem „Winner-takes-it-all-Prinzip“ unterworfen sind.

Finanziert bekommt man Software-Firmen recht einfach. Jeder investiert heutzutage in digital.

Für Hardware-Firmen ist es schwerer. Zwar ist der erste Prototyp günstig zu bauen (unter 100 € für ein Board, Kabel und Sensoren), doch um einen Produkt-Market-Fit zu erreichen, muss man etwas produzieren und verkaufen. Unter 500.000 € schafft dies kaum ein Team. Zahlreiche Start-ups verbrennen gut 2 bis 5 Millionen €, bevor sie das erste Mal ein physisches Produkt an Kunden verkauft bekommen.

Dazu kommt die Problematik, dass ohne Geld kein Lager aufgebaut werden kann. Ohne Geld arbeitet kein Lieferant und Produzent. Geld ist eindeutig der Engpass. Und wer wachsen will, muss seinen Umsatz oft vorfinanzieren. Ebenso lassen sich viele Hersteller vorab bezahlen.

Wer finanziert dies nun? Gute Frage. Viele kenne ich nicht. Tipps wären HAX, Hardware Club und Bolt.

Wieso Hardware gründen?

Hardware ist also teuer, schwer und komplex. Es gibt einen Grund, wieso viele dies scheuen. Wieso also eine Hardware-Firma gründen? Nun, zum einen erreicht man so ganz andere Kunden als mit dem reinen Software-Ansatz. Es gibt einfach noch richtig viele Märkte, wo Geld verdient werden kann. Zum anderen kann Hardware begeistern. Die Gründer, die Hardware entwickeln, sprechen und agieren oft mit viel mehr Leidenschaft als ihre Software-Kollegen. Zudem Software einem stärkeren Wettbewerb ausgesetzt ist, denn wer nicht schnell ist, der verliert.

Am Ende ist es die Frage, womit Du Deine Lebenszeit verbringen willst?

Video – Fabian Westerheide – AI is eating the world

Vortrag Fabian Westerheide Rise of AI Techsylvania 2016

Für Techsylvania habe ich vor einigen Wochen einen Vortrag gegeben.

Ich spreche über:

– accelerating progress
– physical & cognitive work
– machines replacing human work
– machines replace thinking humans
– no job is safe
– machines will be everywhere
– AI is eating the world
– Narrow Artificial Intelligence
– Artificial General Intelligence
– Thinking machines
– Superintelligence
– Singularity
– Becoming cyborgs
– Uploading
– Transhumanism