Heiße Branchen – Wo du dich jetzt bewerben solltest

Nachdem ich in Teil 1 über die Gründe gesprochen habe, die für eine Karriere in Startups sprechen. Ging es in Teil 2 um die Risiken. Teil 3 gibt dir ein paar Hinweise, wie du am besten an den richtigen Job kommst. In Teil 4 geht es darum, welche Branche und welche Stellen gerade viel Potential bieten.

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Ein kurzer Anriss, wo gerade sich viel bewegt. Das kann gerade für einen Einsteiger sehr interessant sein.

INTERNET OF THINGS

Komm, wem macht so etwas keinen Spaß? Also mir schon. Ich finde es toll, wenn man den ganzen Tag coole Gadgets bauen kann. Das Internet of Things (IoT) ist ein großer Wachstumsmarkt. Irgendwann sind wir alle vernetzt. Dein Körper, deine Kleidung, dein Auto, dein Haus. Selbst wenn wir es nicht wollen, wird es so kommen. Alle Daten werden gesammelt, ausgewertet und machen unser Leben effizienter, transparenter und kontrollierter – mit Vor- und Nachteilen. Man kann sich gegen Trends stemmen, diese aber nicht aufhalten. Das Beste ist, die Entwicklung lieber aktiv zu gestalten.

Daher schaue dir coole Firmen wie GoProNestDropcam, Fitbit an. Überall gibt es kleine Tüftlerbuden, die echt krasse Dingen bauen. Spannend, spannend, spannend!

FINTECH

Finanz-Technologien. Sicherlich das aus VC-Perspektive heißeste Thema dieses Jahres. Sehr interessant was es bereits gibt Square, Paypal, Wonga, Kreditech und was da noch kommen wird.

Die Finanzindustrie ist abartig groß und abartig veraltet. Banken sind böse und ich predige seit Jahren, dass wir mehr Innovation in der Finanzdienstleistung brauchen. Es gibt soviel, was geändert werden muss. Häuserkredite für Deutsche, die Immobilien im Ausland kaufen wollen. Festgeld dort anlegen, wo die Zinsen am höchsten sind (weltweit), neue Arten von Bonitätsbewertungen, Alternativen zum PostIdent-Verfahren, besseres Online Banking, freundliche Bankangestellte, einfacher Zugang zu Kreditkarten, und vieles mehr.

DIGITAL HEALTH

Neben Bildung ist sicherlich auch der Gesundheitsmarkt noch sehr rückständig. Und sehr groß. Fang hier an, denn du wirst Karriere machen. ZocDoc, OculusVR, MindBody ind nur ein paar Beispiele. Hier wird sich viel bewegen.

Schau dir dafür dieses Video an. Das sind sehr gut investierte 15 Minuten.

Stell dir vor: eines Tages gibt es keine ranzigen Taxifahrer mehr, sondern du bestellst dein Uber, steigst ein, bezahlst für die Strecke (und nicht die Zeit) bequem per App und das Auto fährt von alleine. Pünktlich. Zuverlässig und deutlich günstiger.

Du brauchst eine Operation und ein Robotor schneidet dich mit einer Präzizion auf, die ein Mensch nie schaffen könnte. Der Fehler sitzt immer vor dem Gerät. Das Thema Ärztepfusch und menschliches Versagen könnte irgendwann Geschichte sein.

Weitere Themenfelder der Zukunft sind: Marketing Automation, BigData, Telco, 3D Printing, Future of TV oder Connected Transportation.

Wenn du es dir aussuchen kannst, dann empfehle ich dir von Anfang an lieber bei revolutionären Projekten dabei zu sein. Gestalte die Zukunft mit, statt ihr hinterher zu laufen.

ES WERDEN VIELE LEUTE GEBRAUCHT

Nun wissen wir, welche Branchen spannend für einen Einstieg oder Wechsel sind. Doch was für Stellen sind gefragt? Wo sollte man sich spezialisieren oder reinarbeiten?

Entwickler brauchen wir immer. Sobald du ein paar Zeilen Code schreiben kannst, findest du immer etwas. Ob CSS, HTML, Java, PHP oder Ruby. Alles wird gefragt. Natürlich gibt es Unterschiede. Ein HTMLer (ab 2.500 € im Monat) ist der Günstigste auf dem Markt. PHP Entwickler haben eine mittlere Preisklasse (so um die 4k bis 7k). Ruby Entwickler sind echt teuer. Hauptsächlich, weil es wenig freie Entwickler gibt. Auch Spezialisten für Anwendungen wie Magento verdienen gut. Das kann dich gut bis zu 15.000 € im Monat kosten, wenn du deinen eCommerce Store überarbeiten lässt.

Aus meiner Sicht sind viele Entwickler überbezahlt. Ja, sicherlich ihr Geld wert, aber manchmal schon sehr teuer. Doch lasse ich mich darüber ein anderes Mal aus.

Design ist auch wichtig und kostspielig. Für einen guten Designer zahle ich 60 bis 120 € die Stunde.  Viele von denen sind Freelancer und lassen sich kaum einstellen. Wenn du also gut mit Photoshop und Illustrator umgehen kannst, dann kannst du diesen unzähligen, hässlichen Webseiten helfen, dass man sie auch auf dem Handy ordentlich öffnen kann.

Online Marketing ist ein großes Wachstumsfeld. Viele Unternehmen geben ein Schweinegeld für SEO Agenturen aus. Kompetenzen, die man viel günstiger intern aufbauen kann. Allgemein ist Onlinemarketing für viele Unternehmen ein Wertschöpfungstreiber und sollte inhouse betrieben werden. Es gibt immer Bedarf an Personen, die SEM bedienen, Facebook Ads erstellen und Affiliate Programme betreiben. Gerade jungen Studenten rate ich, dass ihr euch auf Onlinemarketing spezialisieren solltet. Sehr spannende Berufsoptionen mit viel Bedarf.

Produktmanager sind auch wichtig. Diese stellen die Schnittstelle zwischen dem Marketing („wir wollen mehr Mobile-Kunden“), dem Designer („dafür muss die Seite responsive sein“) und der Technik („wir können das programmieren – schreib mir ein Jira Ticket“). Ein Produktmanager versucht also die Wünsche der vielen Abteilungen so zu übersetzten, dass die Entwickler es verstehen. Man ist wie ein Torwächter, damit nicht hyperaktive PR-Damen unsere schüchternen Entwickler mit Aufgaben bombardieren. Eine sehr interessante Tätigkeit. Du bist direkt an der Produktentwicklung dran. Du bestimmst Design, Features und Roadmap der Umsetzung. Du bist verantwortlich, ob deine Seite/App hammergeil wird oder total verbuggt.

Vertriebler braucht man immer. Ich weiß selber, dass es verdammt schwer ist. Wenn du gut verkaufen kannst, hast du immer einen Job, auch in Zeiten des Internets.

Finanzleute (CFOs) werden anfangs nicht gebraucht, sind aber sehr wichtig für die Wachstumsphasen von Unternehmen. Ich sehe hier auch den Bereich der Business Intelligence. Heißt, du kannst gut mit Excel umgehen und ausrechnen, ob Marketing vorne auch Geld mit euren Kunden verdient.  Je mehr Daten wir haben, desto mehr Analysten braucht es. Demnach wird dieser Bereich nur wachsen.

CoFounder zu werden ist schwierig. Du kannst an einem Casting teilnehmen und dann bei Rocket oder HitFox anheuern. Oder du gründest deine eigene Gruppe und startest in eurer WG. Ich halte wenig von offenen CoFounder-Stellen. Denn wahre Gründer, die gründen. Und die anderen lassen sich anstellen. Nichts gegen Anstellung – absolut nicht. Nur ist man dann doch eher ein Geschäftsführer als der Gründer. Daher empfehle ich solche Stellen gerne an Berater, Investmentbanker oder Spezialisten (z. B. CMO, CTO, CPO, CSO) mit >6 Jahren Berufserfahrung. Dann könnt ihr auch in neuen Projekten direkt als Gründer (also Geschäftsführer) einsteigen.

Praktikanten brauchen wir immer. Ich habe selber so angefangen; damals bei Team Europe. Am Ende gab es eine Anstellung. Ich habe in meiner eigenen Firma auch schon Praktikanten übernommen. Es ist ein guter Einstieg in die Branche um die Spielregeln kennen zu lernen. Immerhin ticken Startups doch sehr unterschiedlich zu klassischen Old-Economy Unternehmen. Größere Firmen bieten dafür auch einjährige Trainee Programme an. Ideal um Orientierung zu gewinnen, Netzwerk auszubauen und zu lernen.

Und dann gibt es natürlich noch viele weitere Stellen, die man sich ansehen sollte. Customer Care (Kundendienst) ist wichtig. Aufsetzen und betreuen von Zendesk, Erstellen von Leitfäden, FAQ Erstellung. Der Kunde ist König und wird es in der Zukunft auch bleiben. Ihr im Kundendienst, ihr seid super, super entscheiden für den CLTV (Wert des Kunden über seinen Lebenszyklus). Lasst euch das nicht ausreden.

Und auch für Operations braucht es immer Allrounder. Egal was du studierst hast, irgendwer muss IKEA Möbel aufbauen, PCs anschließen, Toilettenpapier kaufen, Termine koordinieren, Leute einstellen, Verträge verschicken, BBQ Parties organisieren und bei Lieferheld das Essen bestellen.

So, dies war nun der letzte Artikel meines 4teiligen Marathons über Karriere in Startups. Was bleibt hängen? Nun es gibt viele geile Jobs. Noch mehr offene Stellen. Es spricht Vieles dafür und wenig dagegen. Und jetzt ist es deine Chance.

Teil 1 – 15 Gründe für ein Startup zu arbeiten

Teil 2 – 4 Gründe die gegen eine Startupkarriere sprechen

Teil 3 – Der Weg zu deinem Traumjob

Teil 4 – Die richtige Branche & gefragte Stellen

 

Wie du garantiert deinen Traumjob in einem Startup bekommst

Teil 3 meiner Startup-Karriere Reihe. Heute der Weg zum idealen Job.

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Was nun unternehmen, um in der Webindustrie einzusteigen? Ich empfehle hier entweder den aktiven oder passiven Weg.

LASSE DICH EMPFEHLEN

Aktiv bedeutet, du suchst dir eine Branche aus (Teil 4 für ein paar Anregungen) und dann schaust du, welche Firmen gerade eine Finanzierungsrunde gemacht haben. Dafür sind Deutsche-Startups, Gründerszene und Techcrunch ideal. Ich empfehle Firmen nach einer Finanzierung, weil diese Geld haben und dringend Leute brauchen. Idealerweise bist du sogar schon vorher auf deren Radar, dann darfst du die nächste Welle an Leuten selber einstellen.

Bewirb dich auf Stellen, die dich ansprechen. Entweder Fachstellen wie Marketing oder bereitere Positionen wie Business Development.

Noch besser ist es, wenn du vorher auf FB/Linkedin/Xing nach Kontakte suchst. Besorg dir ein Intro oder schreibe sie direkt an. Dein Ziel sollte es nicht sein, denen deine Bewerbung in die Hand zu drücken – sondern die Person auf einen Kaffee zu treffen. Auch musst du gar nicht den Chef treffen. Es reicht vollkommen aus den nächsten gemeinsamen Kontakt in der Firma kennen zu lernen. Stelle Fragen, besonders warum diese Person für das Unternehmen arbeitet. Es ist wichtig, dass du dich vor einer Bewerbung bereits mit der Kultur und der Firmenphilosophie auseinander gesetzt hast. Unternehmen prüfen Bewerber – Bewerber sollten genauso die Unternehmen prüfen.

Wenn das Gespräch gut läuft und du dir vorstellen könntest, mit dieser Person zu arbeiten, dann solltest du dich empfehlen lassen. Die Wahrscheinlichkeit zu einem Interview eingeladen zu werden, weil Jemand innerhalb der Firma deinen Lebenslauf dem HR-Chef gibt, ist sehr viel höher, als durch eine klassische (kalte) Bewerbung.

Das hört sich jetzt total aufwendig an. Ja, es kostet Zeit, Energie und Überlegung. Aber sind wir ehrlich. Möchtest du 2 Jahre für eine Firma arbeiten, weil es bequem war sich dort zu bewerben? Oder möchtest du lieber Jahre für eine Firma arbeiten, weil das Team geil, die Idee super und die Aufgaben spannend sind? Und es sich überhaupt nicht wie Arbeit anfühlt?

Übrigens, falls du dich fachlich noch nicht auf eine Branche festlegen willst, dann empfehle ich Inkubatoren wie RocketInternet, Covus oder HitFox. Ähnlich wie die Unternehmensberater, sind diese auf einem Helikopterlevel bei vielen Themen. Du lernst so mehr Branchen in kürzerer Zeit kennen. Das ist ideal zur Orientierung bist du weißt, welcher Markt dir persönlich am besten liegt.

PRÄSENTIERE DICH AUF DEM SILBERTABLET

Der passive Weg ist natürlich entspannter. Ich war immer zu ungeduldig dafür.

Zur Vorbereitung brauchst du ein gutes LinkedIn- und Xing-Profil (ggf. auch Facebook). Achte zuerst darauf, dass du alle Leute als Kontakte hinzufügst, die du auch irgendwann kennen gelernt hast. Es ist wichtig, dass du ein (virtuell) großes Netzwerk hast. Je mehr Kontakte, desto besser für dich. Wenn du einmal durch deine Visitenkartensammlung gehst, sind sicherlich noch Personen dabei, die du nicht geadded hast. Und was ist mit dem letzten Dinner, Netzwerkevent oder Kongress? Bereits alle auf Linkedin und Xing gesucht und angeschrieben? Solltest du ruhig machen.

Nun füllst du dein Profil ordentlich aus. Was machst du gerade? Was genau sind Elemente deiner Tätigkeit? Was sind deine bisherigen Erfahrungen? Achte darauf, dass du die Fachbegriffe deiner Branche verwendest. Wenn du also im Marketing aktiv bist, notiere in deinem Profil die Schlüsselworte wie SEO, SEM, Social, Retargeting, RTB, usw..

Trage alle Jobs ein, auch die weniger spannenden. Z. B. finde ich es immer interessant, wenn Jemand vorher Promotor war. Das mag wie ein Nebenjob klingen, aber zeigt mir, dass diese Person auch richtig anpacken kann. Solche Kleinigkeiten können einen guten Eindruck hinterlassen.

Nun ist dein Titel wichtig. Eigentlich ist der Titel nichts wert, aber nach diesem wird auf den sozialen Netzwerken nun einmal halt gesucht. Wenn ich einen Leiter Marketing suche, dann tippe ich „CMO“ ein. Rekruter (die Personen, die sich den ganzen Tag Xing-Profile anschauen) suchen vermehrt nach Schlagworten. Besonders weil HR-Rekruter oft keine Fachkenntnisse haben und daher nach Signalworten im Profil Ausschau halten.

Verwende daher ruhig einen englischen Titel, wenn du von international aktiven Firmen gefunden werden möchtest. Deutsche Berufsbezeichnungen sind dann eher für rein deutsche Firmen. Du kannst also „Manager Customer Care“ oder „Abteilungsleiter Kundenservice“ sein – der gleiche Job und doch unterschiedliche Aussagen.

Und das ist es auch, worauf ich hinaus will. Der passive Weg bedeutet, dass du abgeworben wirst. Je nach Profil, kann es sein, dass du täglich Anfragen von Headhuntern und Rekrutern bekommst. Wir haben zweitweise 5 Leute, die den ganzen Tag auf LinkedIn nach Profilen suchen, diese sammeln und der jeweilige Abteilungsleiter dann durch die Liste geht und markiert, welche Personen er gerne zu einem Interview sehen würde. Anschließend werden die jeweiligen Profilinhaber angeschrieben. Ich habe so schon nach Bewerber gesucht und bekam oft nette Antworten. Mir ist bewusst, dass die Personen glücklich im Job sein können, doch fragen kostet nichts. Eher umgekehrt. Ich habe mich anfangs geschmeichelt gefühlt, wenn solche Anfragen kommen. Bedeutet es doch, dass irgendwer eine Wertschätzung für das hat, was man gerade macht.

Daher empfehle ich ein gut ausgefülltes Profil zu haben, selbst wenn man eigentlich gar keinen Job sucht. Du gehst doch auch gepflegt aus dem Haus und siehst gut aus, selbst wenn du gerade in einer Beziehung bist. Es ist alles eine Frage des Auftretens und Selbstdarstellung.

Übrigens bitte, bitte, bitte, mach ein ordentliches Foto. Kopf&Kragen macht super tolle Aufnahmen, das ist die Investition immer wert. Ja, wir Menschen sind halt oberflächlich. Und wir sind subjektiv. Egal wie man sich anstrengt, man wird nie eine 100 %ige Objektivität erreichen. Ich bin da ehrlich, ich möchte das auch gar nicht. Ich lasse mich gerne von meinem Bauchgefühl treiben. Und Fotos gehören dazu, um sich ein Bild der Person zu machen.

Jetzt heißt es warten. Übrigens der Grund, warum du so viele Kontakte wie möglich in deinem Profil haben solltest. Du wirst leichter gefunden, wenn du und der Rektruter gemeinsame Kontakte haben. Je mehr Leute du kennst, desto eher kennt man dich. Es hilf, garantiert.

Zu Teil 4 – wo man sich jetzt bewerben sollte (ab 27.09.2014)

4 Gründe wieso du nicht für ein Startup arbeiten solltest

Teil 2 meiner Reihe über Startupkarriere. Natürlich ist nicht alles rosig. Was spricht also dagegen?

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So, wenn ich schon so von Startups schwärme, wo ist der Haken?

  1. Die Bezahlung ist nicht so gut wie in der Old-Economy. Ich schätze es sind 30 % weniger, wobei Berlin eh sehr schlecht zahlt. Kein Wunder bei der hohen Arbeitslosenquote. Größere Firmen wie Rocket zahlen bereits marktübliche Gehälter; sonst würden sie keine top Leute bekommen. Und irgendwie ist Geld am Ende doch nur ein Hygienefaktor. Wirklich glücklich wird man damit nicht.
  2. Ok, 80 % der Startups gehen irgendwann insolvent, werden verkauft, gekauft, fusioniert oder sonst irgendwie verwertet (eine Frage der PR). Etwas Herzrasen gehört halt dazu. Wenn du es also nicht erträgst, dass die Firma, für die du arbeitest, irgendwann nicht mehr da ist, dann solltest du vielleicht Briefmarken am Postschalter verkaufen oder Rentnern binäre Optionen andrehen. Übrigens binäre Optionen. Wusstest du, dass der CPC bei 15 € liegt? Da müssen die Margen echt spitze sein. Zurück zum Thema. Ja, Firmen gehen platt – aber du trägst kein Risiko. Genauer gesagt, tragen es die Gründer und die Investoren. Bei den meisten Fällen die ich kenne, wo sich eine Firma auflöste (z. B. AllesAnna oder auch EPIC), wurden die Leute mit Angebote überschwemmt. Da musste keiner zum Amt.
  3. Einige sagen, dass Startups keinen Ruf haben. Stimmt. Wenn du vorher bei Amen warst und jetzt zu Daimler wechselst, dann kennt das niemand. Die kennen aber auch Wonga, Kreditech oder SoundCloud nicht. Demnach, egal. Was ich sagen will ist, dass der Ruf einer Firma gar nicht so wichtig ist. Viel wichtiger ist, was du kannst. Viele Startups heuern Leute für ihr Potential an, weniger für ihre Erfahrungen. Hauptsächlich weil die Branche so jung ist und es nicht viele Personen mit Jahrzehnten Erfahrungen gibt.
  4. Sei kein Träumer. Also von der Uni in die Gründung und 3 Monate später zum Exit. Ja, solche Leute kenne ich und ich sage dir, das ist verdammt selten. Du musst also trotzdem hart arbeiten, fleißig sein und am Ende Glück haben. Geschenkt wird dir nichts.

Wenn du reich werden möchtest, dann gibt es einfachere Wege. Wenn du einen sicheren Job brauchst, dann bist du hier falsch. Doch für alle anderen empfehle ich Teil 1.

Zu Teil 3 – Wie du deinen Traumjob findest (ab dem 19.09.2914)

15 Gründe wieso du in einem Startup Karriere machen solltest

Eigentlich wollte ich nur ein paar Worte schreiben, doch am Ende sind es über 3.500 geworden. Daher heute der erste von vier Teilen über „Karriere in der Internetindustrie“.

Vor ein paar Tagen sprach ich mit einer Journalistin vom Spiegel (genau, diese auf Holzpapier gedruckte Wochenzeitung) über das Thema Karriere in Startups. Wie bereits in meinem letzten Artikel geschrieben, ist derzeit der richtige Moment, um für ein Internetunternehmen aktiv zu werden.

Daher ein Artikel nicht unbedingt für Gründer, sondern auch für Schüler, Studenten, Absolventen und Berufstätige, die überlegen in einem Startup anzufangen. Ich gehe auf die Vorteile und Risiken ein und umreiße kurz welche Jobs gefragt und welche Industrien heiß sind.

Es geht nicht um Gründungen, sondern um Arbeitnehmer. Heißt, du bist angestellt und egal wie viele Shares du an der Firma hältst, du zahlst trotzdem noch KV, AV und RV (all diese tollen Abgaben, von denen du nie etwas haben wirst).

SEI JETZT AUF DER GEWINNERSEITE

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Es gibt echt viele Gründe, wieso man für ein Internetstartup arbeiten sollte. Fangen wir an:

  1. Du bist von Anfang an dabei. Stell dir vor, du wärest einer der ersten 50 Mitarbeiter bei Facebook, Zynga, Twitter oder Groupon gewesen? Es ist deutlich leichter an die Spitze zu kommen, wenn man früh dabei ist. Aus meiner Erfahrung sind viele junge Leute so an Führungsaufgaben gekommen, die sie bei einer späteren Bewerbung nicht erreicht hätten.
  2. Es ist ein spannendes Umfeld. Du arbeitest in Märkten, die keiner kennt. Mit Produkten die (noch) Niemand will. Jeder Tag ist anders. Es gibt eine Menge Herausforderungen und keine Vorgesetzten die es besser wissen.
  3. Du kannst viel Verantwortung übernehmen. Greif mit vollen Händen zu. Mitarbeiter die mitdenken und neue Ideen haben und diese umsetzen sind immer erwünscht. Jeder wird gehört. Du darfst sofort Dinge bewegen.
  4. Super sind auch die schnellen Prozesse, kurzen Dienstwege und flache Hierarchien. Das ist echt angenehm und jeder, der mal in einem Konzern war, wird es zu schätzen wissen. Von der Idee zur Umsetzung können Stunden liegen, statt Monate. Meistens müssen Mitarbeiter eher gebremst werden, als dass diese für Ideen kämpfen müssen.
  5. Das Umfeld ist oft sehr persönlich – kollegial. Selten ist dein Chef wirklich dein Chef. Strukturen sind nicht mehr so klar und Leuten wechseln oft. Und alle sind eh per Du.
  6. Das Team ist oft international. Heute saß ich an einem Tisch mit 15 Leuten und nur 3 hatten eine deutsche Staatsbürgerschaft. Wie cool ist das? Mit Leuten zu arbeiten, die smart, driven und erfahren sind – und freiwillig nach Berlin kommen um Ideen zu verwirklichen. Du kannst von solchen Kollegen nur profitieren, denn es schärft die Objektivität und kulturelle Offenheit.
  7. Oben drauf gibt es ziemlich oft Anteile an der Firma. Das ist nicht immer viel Geld wert, aber eine nette Geste. Und manchmal zahlt es sich aus. Bekannte haben schon für 2-3 Jahre Mitarbeit am Ende 200.000 € überwiesen bekommen. Andere deutlich mehr oder gar nichts – hängt immer von der richtigen Situation ab. Welcher Trainee der Deutschen Bank bekommt schon ein Aktienpaket geschenkt?
  8. Es gibt nette Benefits. Das Thema Compliance ist halt noch nicht so präsent. In Startups kümmert man sich noch um seine Mitarbeiter. Man feiert zusammen BBQ-Parties auf dem Wannsee; spielt Paintball; fährt GoKart; reist nach Ibiza, Malle oder Tomorrowland; zusammen nimmt man bei KrassFit teil. Es gibt zahlreiche Firmen, wo du dich durch das Frühstück bis Abendessen kostenlos durchmampfen kannst. There is a free lunch.
  9. Manchmal bekommst du ein MacBook.
  10. Du kannst flexibler arbeiten und öfters wechseln. Früher war es verpönt die Firma nach 2 Jahren zu verlassen. Für Startups sind 2 Jahre bereits lange. Wobei mich alles alles unter einem Jahr Firmenmitgliedschaft skeptisch macht. Doch genauso irritieren mich Personen, die 4-6 Jahre für das gleiche Startup tätig sind (und nicht die Gründer sind). Wer bleibt 6 Jahre auf einer Position, wenn die ganze Firma enorm wächst? Ich will damit einfach nur sagen, dass du locker von Stelle zu Stelle springen kannst. Je mehr du wechselst und dabei Erfahrungen sammelst, desto besser (Multiplikation von Netzwerk und Erfahrungen).
  11. Arbeitszeiten sind deutlich angenehmer. Die meisten Webfirmen sind entspannt, wann du kommst und wann du gehst. Nur Oli führt eine Strichliste und sitzt am Eingang. Alle anderen denken viel eher an ihre eigenen Projekte als daran, wie viele Stunden du jetzt im Büro gesessen hast.
  12. Rasche Karrieresprünge sind realistisch. Erst bist du Trainee, dann Junior, dann Teamlead, Senior und schon steht ein CxO (= Oberstes Management) auf deiner Visitenkarte. Und dort ist die Regel auch einfach: Je kleiner das Unternehmen ist, desto hochwertiger dein Titel – außer bei Rocket. Dort haben alle tolle Titel, egal wie alt sie sind.
  13. Du bist schnell an der Spitze. 6 Jahre Berufserfahrung reichen im Schnitt aus, um einen Geschäftsführerposten zu übernehmen. Kennst du andere Industrien, wo du so schnell Chef sein könntest?
  14. Es gibt einen großen Mangel an Talenten. Das ist klar ein Arbeitnehmermarkt. Jobs > Leute. Es gibt einfach zu wenig von allem. Dies ist derzeit klar eine Situation, wo Talente gesucht werden – und diese nicht selber suchen müssen (siehe Teil 3 und 4).
  15. Und wenn du dann keine Lust mehr auf Startups hast, dann hast du zwei Optionen. Du wechselst mit deinem Fachwissen in einen Konzern und hast dort eine Position die dir kaum einer streitig machen kann. Nun kannst du deine Pläne einfach mit mehr Ressourcen umsetzten. Einer muss der nächste Internet-Dax-Vorstand werden. Oder du nimmst eine gut bezahlte und arbeitsgeringe Stelle als Social Media Marketing Consultant z. B. bei Siemens an. Kann gut bezahlt werden, wenn man den ganzen Tag dafür auf Facebook surfen darf. Solange du weißt was folgende Begriffe bedeuten: Conversion, Funnel, Tracking, Facebook Ads, Twitter, Retargeting, Ecommerce oder RTB – dann hast du bereits mehr Fachwissen als die restlichen 99 %. Wer soll dir da deine Stelle streitig machen?

Zu Teil 2 – Was spricht gegen eine Karriere in einem Startup? (ab dem 12.09.2014)

Jetzt ist die Zukunft

Das Internet ist Teil der letzten Kondratieff Welle. Eine Entwicklung, die uns Wohlstand gebracht hat. In den letzten Jahren wurde Kommunikation zu einem Commodity. Kannst du dir noch vorstellen, dass es vor einigen Hundert Jahren nur Boten und Brieftauben gab? Wir haben es deutlich besser.

Kondratieff ZyklenQuelle

Ich bin der Auffassung, dass die Internetindustrie eines Tages die Größe und Bedeutung haben wird,  wie es heute die Auto-, Chemie und Lebensmittelindustrie haben. Etwas, wofür wir weltweit bekannt sind. Eine Branche, in der wir mit tausenden mittelständigen Anbietern global führend sind.

Wir werden Internetunternehmen im DAX haben. Eine Generation von Mittelständlern wird entstehen. Derzeit ist soviel Potential in der Mache.

Auf die richtige Industrie setzen

Das Auto wurde in den 1880er erfunden, doch erst nach dem zweiten Weltkrieg zu einem Massenprodukt. Heute bekannte Marken wie Daimler, BMW oder Ford wurden alle im gleichen Jahrzehnt gegründet. Wer sich zwischen 1880 und 1910 mit Autos beschäftige, hatte viel mehr Wahrscheinlichkeit den Grundstein für einen Automobilkonzern zu legen, als wir es heute haben. Es gab über die Jahre hunderte Autohersteller (alleine in Deutschland) und noch heute über 2.500 Zulieferer in unserer Region.

Die Chemieindustrie für die wir heute weltweit geschätzt werden (BASF, Bayer, Linde, Henkel, uvm.) entstand um 1850. Damals hätte man Chemiker sein sollen.

Unsere Lebensmittelindustrie ging erst nach dem 2. Weltkrieg durch die Decke. Frag deine Großeltern nach der Fresswelle. Es war eine ungeheure Wachstumsphase für alle. In nur wenigen Jahren wurde ein Vermögen erschaffen und neu verteilt. Hätten unsere Eltern damals einen Discounter oder Lebensmittelhersteller gegründet, dann würde einer von uns heute vielleicht im Vorstand von Nestle sitzen.

Das Internet ist die Chance

Doch wir sind im Jetzt und Hier. Dies soll keine Geschichtsstunde über die verpassten Chancen unserer Vorfahren werden, sondern über die Möglichkeiten, die du und ich jetzt haben. Wir leben in der großartigen Zeit, in der das Internet alles revolutioniert.

  • Es verbessert die Welt (wirtschaftliche und politische Transparenz)
  • Gibt uns Wohlstand (mehr Komfort, geringe Kosten für Informationen, fast kostenlose Kommunikation)

Bereits jetzt gibt es große Spieler. Wir haben in kurzer Zeit den Aufstieg von Google, Yahoo, Facebook oder Alibaba erlebt. Milliardenkonzerne, die es vor 20 Jahren noch nicht gab.

In Deutschland sind wir, wenn auch mit einigen Jahren Verzug, in den Startlöchern. Wir Deutsche brauchen immer etwas länger für Innovationen. Wir sitzen gerne im Keller, denken nach und kommen am Ende mit einer durchdachten Lösung auf den Markt. Vielleicht nicht so sexy, dafür aber von hoher Qualität. Wir sind halt Tüftler & Bastler.

Eine dominierende Industrie entsteht

Es ist ja nicht so, dass wir in Europa keine Erfolge hatten. Denk an Skype, Yandex, Asos, SAGE, Supercell.

Eines Tages werden auch in Deutschland die Internetunternehmen überall sein:

  • Ein Zalando im Dax
  • Ein Friedensnobelpreis für eine Internetorganisation wie wie Ashoka
  • Tausende Web- & Mobileunternehmen in Berlin, München, HH, FFM
  • Internet-Vorstände in Aktienunternehmen

Du könntest heute bereits den Vorstand eines zukünftigen Unternehmens kennen. Oder vielleicht bist du es eines Tages selber. Oder du unterstützt bereits jetzt ein junges Startup, was eines Tages die Welt zum Guten verändert.

Bist du hungrig?

Ich hoffe, dass du als Leser meines Blogs die Welt ähnlich siehst wie ich. Ich schätze dich als Jemanden ein, der neugierig ist. Du lernst gerne und orientierst dich nach oben. Du bist hungrig auf das Leben und die Herausforderungen.  Du möchtest ein angenehmes Leben haben, finanziell abgesichert und etwas Freizeit. Eines Tages für eine Familie sorgen können, Freunden helfen. Die Zeit haben, dich auch angemessen deiner Gesundheit zu widmen. Reisen & die Welt entdecken. Nicht ewig arbeiten, sondern irgendwann der Gesellschaft wieder etwas zurück geben zu können.

Du machst gerade alles richtig. Du gründest jetzt. Du bist tätig für ein strategisch relevantes Unternehmer (Inkubator, Startup, VC, Medien, Mobile, Gaming, usw.). Du hast den Fuß in der Tür. Du sammelst ein Wissen an, was millionen Deutsche noch nicht haben. Mit deinem Fachwissen und Expertise, bist du ein Wertschöpfer in dieser Branche. Du verstehst die Spielregeln des Marktes und hast zugleich ein Auge offen für Opportunitäten und Trends.

Noch ist es die Internetszene - doch nicht für ewig. Seilschaften die jetzt entstehen, prägen deine Karriere der nächsten 30 Jahre. Freunde von heute, sind die Macher von morgen. Kleine Startups könnten irgendwann Konzerne sein. Es ist immer besser schon am Anfang einer Wachstumsphase dabei zu sein, als erst einzusteigen, wenn der Kuchen bereits verteilt wurde.

Es ist eine Wette

Das ist natürlich eine Wette auf das Potential des Marktes. Alternativen wäre Biotech, Security, Gesundheit, Finanzen  - doch wir setzen alle zusammen auf IKT.

Die Zukunft ist nicht unbedingt rosig. Alle werden älter, wer soll später noch arbeiten? Die Staaten verschulden sich ungeheuerlich. Die USA sind bereits eine Plutokratie (Herrschaft durch Vermögen). Bürgerkriege nehmen zu. Gefährliche Viren und Krankheiten. Also ich weiß nicht, ob ich je eine Rente kriegen werde. Wer soll die auch bezahlen?

Und doch haben wir noch viele Herausforderungen: Gesundheit für alle. Rente für alle. Bildungsfreiheit. Chancengleichheit. Durchlässigkeit des Systems. Geringe Steuern. Eine offene Wirtschaft basierend auf Moral & Gewissen statt Profitmaximierung. Ein System zum Wohle der Bürger des Staates.

Wir haben so viel vor. Wir haben die Chance diese Welt zu verbessern. Unsere Kindern & Familien ein sichere und freudenvolle Zukunft zu bieten. Ich glaube fest daran, dass wir jetzt richtig sind.

Netzwerk ist alles

Vor einigen Wochen haben ich einen Vortrag gehalten für die Teilnehmer vom Startup Institute. Das Thema war die Berliner Startup Szene (Überblick, Netzwerke, Key-Player). Ich wurde geladen, weil eine Bekannte mich an die Organisatoren empfohlen hatte. Netzwerk.

Für mich ist der Begriff “netzwerken” unangenehm. Es hinterlässt bei mir das Gefühl, dass Leute instrumentalisiert werden. Dabei ist es gar nicht so. Menschen sind der Schlüssel für alles. Mein Ziel ist eindeutig: Ich möchte Menschen treffen, die ich mag. Mit denen ich gut zurecht komme, wir uns gegenseitig unterstützen und Freundschaften sich entwickeln können.

NETZWERK BEDEUTET ZUGRIFF AUF RESSOURCEN

Was heißt eigentlich Netzwerk? Für mich bedeutet es zu wissen, wer etwas weiß. Meine Physiklehrerin sagte mir damals: “Wissen ist zu wissen, wo etwas steht”. In diesem Fall ist Netzwerk zu wissen, wer einem weiterhelfen kann. Es geht also um Freunde, Vertraute. Um Personen auf die man bauen kann; und Zugriff auf Ressourcen (Zeit, Geld, Wissen).

DEIN NETZWERK SPART DIR ZEIT UND GELD

Ein gutes Netzwerk kann dir in vieler Hinsicht nützlich sein:

1. Probleme lösen. Du erhältst Lösungen auf Probleme, die du sonst nicht aus eigener Kraft bewältigen könntest.
Mein Beispiel: Ohne Netzwerk könnte ich nie unsere Investoren für meine Firma gewinne. Die Chance ohne Netzwerk einen Investor zu gewinnen ist unter 1%. Ich konnte unsere Investoren über mein eigenes Netzwerk und das von Freunden überzeugen.

2. Zeit sparen. Mit deinem Netzwerk kommst du schneller an Ressourcen.
Mein Beispiel: Ich habe über das Netzwerk meinen Mitgründer gefunden. Das hat echt viel Zeit gespart, denn sonst hätte ich vermutlich Stellenanzeigen schalten müssen, dutzende Interviews führen und hätte trotzdem möglicherweise Niemanden gefunden.

3. Geld sparen. Du gibst weniger Geld aus, weil die Angebote besser sind,
Mein Beispiel: Wir haben durchschnittlich 30% weniger für Entwickler bezahlt, als der Marktstandard. Wieso? Mein Mitgründer kennt recht viele Entwickler. Er hat halt einen “Buddydeal” gemacht (Deal unter Freunden). Das ist schon wertvoll, wenn man bedenkt das diese Programmierer gerne >100 € die Stunde nehmen. 

4. Vertrauen. Eine hoher Social Trust reduziert Risiken.
Mein Beispiel: Ich habe meinen ersten Job bekommen, weil ich empfohlen wurde. Die Person kennt mich schon länger und hatte sicherlich einen positiven Einfluss auf den Bewerbungsprozess. Für meinen Arbeitgeber war das Risiko einfach geringer, weil ein gemeinsamer Bekannte ein gutes Wort eingelegt hat. Das ist übrigens vollkommen normal. Wenn ich zurückblicke, dann habe ich 100% meiner Projekte und Jobs immer über Netzwerk gewonnen. Nie auf einem klassischen Bewerbungsweg.

EIN NETZWERK SIND KONTAKTE DIE ZU FREUNDEN WERDEN

Enjoy reading my blog?

So sieht mein (Kontakte)-Netzwerk aus, visualisiert mit LinkedIn. Dies sind natürlich reine Kontakte, vollkommen unabhängig von der Qualität. Es ist eher sogar das Gegenteil. Meine engsten Freunde habe ich gar nicht auf Linkedin, sondern fast nur Leute die ich beruflich kenne.

Als ich das erste Mal diese Karte erstellt habe, habe ich zwei Dinge erkannt. Erstens, ich habe die Intensität meines Netzwerks über die Jahre steigern können. Deswegen ist mein aktuelles Netzwerk (Startup Szene Berlin) größer als mein Netzwerk aus der Politik. Zweitens besteht mein Netzwerk aus 3 verschiedenen Clustern.

1) Kontakte und Freunde von der Universität (Münster, Kelly, St. Gallen)
2) Bekannte und Kameraden aus der Politik (JU, KAS)
3) Berufliches Netzwerk (Startupszene national und international)

Jeder kann sein Netzwerk so visualisieren, das ist nichts besonderes. Du kennst genauso viele Leute wie ich: im Sportverein, große Familie, von Reisen, Parties, Auslandssemester, Ausbildung oder Praktika. Jeder hat so ein Netzwerk.

Am Ende ist ein Netzwerk auch eher ein Konstrukt vieler kleiner “Inner-Circle”. Das sind für mich enge Gruppen, wo ein hohes Maß an Vertrauen und Offenheit herrscht. Erfolgreiche Beispiele sind z.B. EO oder die PayPal-Mafia. Erst wenn du in so einem Inner-Circle bist, hast du Zugriff auf alle die oben genannten Ressourcen. Vorher sind es nur Kontakte.

NETZWERK AUFBAUEN IST EIN PROZESS

Aus diesem Grund ist Leute kennen nur der Anfang. Dies ist noch nicht dein eigentliches Netzwerk. Ich sehe es in folgenden Stufen:

1. Du sammelst Kontakte. Also Visitenkarten, Emailadresse, Linkedin. Dafür musst du einfach nur Leute ansprechen können.

2. Du vertiefst deine Kontakte. Man sagt du mindestens 3 x mit der Person auf verschiedenen Kanälen kommunizieren (z.B. essen gehen, telefonieren, Emails) solltest.

3. Du baust eine Beziehung auf. Gemeinsame Arbeit und Projekte nutzen dir dabei. Du kannst natürlich dem anderen auch helfen indem du deine Zeit, Geld und Wissen in die Beziehung investierst. Wichtig ist, dass du Leuten hilfst und nicht umgekehrt. Verbringe Zeit & Energie mit ihnen. Macht gemeinsam Urlaub oder eine Geschäftsreise zusammen. Leute müssen dich kennen lernen. Vertrauen gewinnen in deine Stärken und Schwächen. Du musst berechenbar sein, damit diese dich einordnen können.

4. Erst danach kannst du diese Personen als dein Netzwerk ansehen.

5. Es gibt natürlich noch viele Möglichkeiten diese Bindung zu intensivieren: Mit den Leuten arbeiten, die Personen einstellen, ihnen Geld geben, sie heiraten oder verheiraten.

BAU DEIN NETZWERK KONSTANT AUS

Hier noch ein paar Hinweise, was beim netzwerken ganz gut hilft:

  • Die Grundannahme ist: Du musst Leute treffen, mit ihnen reden, sie kennen lernen, Kontakte knüpfen und diese pflegen. Einigen fällt das verdammt einfach. Andere haben ihre Probleme damit.
  • Netzwerke dort, wo du dich wohl fühlst: Bei der Arbeit, innerhalb der Familie, im Bekanntenkreis, im Sportverein.
  • Netzwerke dort wo du eine Fachexpertise hast: Auf Konferenzen (als Redner), Tagungen, Messen, aber auch Blogs und Foren.
  • Netzwerke wo alle netzwerken: Geht zur Spätschicht oder Echtzeit, besuche Konferenzen (als Teilnehmer) und Meet-Ups.
  • Halte deine Augen und Ohren offen. Überall lernt man interessante Personen kennen: Auf der Fanmeile am Brandenburger Tor, dein Sitznachbar im Flugzeug oder Abends an der Bar.
  • Identifiziere die Multiplikatoren in deinem Netzwerk. Einige Leute kennen mehr Leute als du. Es gibt einfach sehr talentierte Netzwerker. Die kennen jeden. Und du solltest sie deswegen auch kennen.

PERSÖNLICHES BEISPIEL

Und zum Schluss noch 3 Beispiele, wo mir mein Netzwerk geholfen hat.

1. Meine Freundin habe ich über die Arbeit kennen gelernt. Obwohl wir in 3 unterschiedlichen Firmen waren, brachte uns eine gemeinsame Bekannte zusammen.

2. Beim Crowdfunding kamen 60% der Gelder von Personen, die ich schon vorher kannte.

3. Meinen ersten Job im Berlin bekam ich über einen Kontakt, den ich 4 Jahre vorher auf einer WG-Party getroffen hatte.

Mir ist noch wichtig zu sagen, dass es beim Netzwerk nicht darum geht soviele Leute wie möglich zu kennen. Eher geht es um die Qualität der Kontakte. Eine intensive Beziehung ist mehr wert, als dutzende Visitenkarten. Und Beziehungen kannst du nicht kaufen. Diese gibt es nur, wenn du Zeit und Kraft reinsteckst.

LESEN

Kolja empfiehlt es, ich habe es gelesen, Freundin hat es gelesen. du solltest es lesen: Never eat alone von Keith Ferrazzi

13 Schritte um einen Business Angel zu angeln

Oft werde ich gefragt: “Fabian, wie finde ich Business Angels?”. Nun aus gegebenem Anlass, schreibe ich über mein Vorgehen, wenn ich eine Business Angel Runde vorbereite.

Meine 13 Schritte um erfolgreich Business Angels zu gewinnen

  1. Du hast ein Deck. Hier steckst du viel Energie rein, denn dies ist der erste Eindruck von dir. Zudem solltest du vor dem Ansprechen von ersten Investoren wissen, welche Bewertung du als Anchor Wert einbringst.
  2. Hoffentlich hast du bereits Investoren oder Startup-Freunde. Denen schickst du zuerst dein Deck und holst dir hartes Feedback ein.
  3. Dann fragst du deine bestehenden Investoren, ob diese weitermachen wollen. Pro-Rata (bedeutet, der Investor behält nach der Finanzierung die Höhe seiner %te) könnte es ruhig sein. Wenn deine Bestandsinvestoren nicht mitziehen, ist dies ein schlechtes Zeichen. Neuinvestoren denken dann, dass etwas mit eurem Startup nicht stimmt.
  4. Nach der Runde ist vor der Runde. Nachdem wir letztes Jahr eine Angel-Runde und Crowdfunding abgeschlossen hatten, habe ich nicht aufgehört mich mit Angels oder Multiplikatoren zu treffen. Man bleibt in Kontakt, sammelt Interessenten und lernt neue Leute kennen. In den letzten 9 Monaten habe ich diesen Personen regelmäßig mit einem extra Emailverteiler immer über die neusten Änderungen von unserer Firma informiert (z. B. neue Features, Geschäftsbereiche, Expansion, Keyhires oder Traction). Jetzt ist es Zeit, dass du diesen Leuten dein Pitchdeck schickst. Je mehr du auf der Liste hast, desto besser. Immerhin möchtest du schnell eine Runde abschließen, damit euer Wachstum fortgesetzt wird.
  5. Nun kommst du vermutlich an den Punkt, dass du Niemanden mehr persönlich gut genug kennst. Hier fange ich an auf das Netzwerk zu setzen. Das Ziel ist, dass ich Kontakte zu Business Angels bekomme, die ich noch nicht kenne. Hier frage ich enge Freunde, Verwandte und befreundete CEOs. Wenn jemand von dir überzeugt ist und auch den Investor mag, dann stellt er gerne Kontakt her. Dieser Schritt hängt klar von deinem Netzwerk ab, mit etwas Glück kommt etwas dabei rum.
  6. Auch solltest du deine Altinvestoren fragen, ob diese dich weiterempfehlen.
  7. Falls du schon Crowdfunding gemacht hast, können deine Gruppen-Invetoren dir helfen. Ich bin gespannt, was rauskommt.
  8. Auch kannst du versuchen, dass Fundraising öffentlich zu machen. Hier wäre dein Blog, Facebook und Twitter eine Option. Es geht weniger darum, dass du  interne Zahlen veröffentlichst, sondern signalisierst, dass du jetzt im Fundraising bist.
  9. Angelist ist in den USA eine recht erfolgreiche Möglichkeit zum Finden von Investoren. In Deutschland habe ich es nur halbherzig probiert.
  10. Wenn du noch immer Geld brauchst, dann kannst du auch an Events teilnehmen. Doch das kostet echt viel Zeit und ist vom Timing her schwer. Theoretisch müsste am gleichen Tag ein investitionsbereiter Business Angel dort sein, du ebenso und ihr müsst euch zufällig über den Weg laufen. Sicherlich etwas anderes, wenn du einen Platz auf der Bühne bekommst und pitchen kannst.
  11. Berater sind bei kleinen Runden oft nicht interessiert, aber etwas Hilfe kann nützlich sein. Du musst damit rechnen zwischen 5 und 10 % vom eingesammelten Kapital abzugeben. Berater erweitern einfach dein Netzwerk und sprechen Leuten an, die du nicht kennst. Zudem können sie Vertrauen und Zuversicht vermitteln.
  12. Und zu guter Letzt, falls alles noch nicht geholfen hat: Mache dir eine Liste an Angels die du gerne in deinem Startup hättest. Suche gemeinsame Bekannte (FB, Xing, LinkedIn, Twitter) und lasse dich vorstellen – oder bekomme irgendwie ihre Aufmerksamkeit.
  13. Jede Runde erweitert dein Netzwerk. Jedes Mal wirst du mehr Geld brauchen, doch du kennst auch mehr Leute. Mit dem Abschluss dieser Runde, fängt also die nächste Runde an. Fange bei Schritt 1 an.

So gründest du deine GmbH oder Unternehmergesellschaft (UG)

Des Öfteren werde ich gefragt wie man eine UG gründet und was die Vorteile sind. Bisher habe ich mit meinen jungen Jahren (immerhin noch unter 30) schätzungsweise über ein Dutzend UGs & GmbHs gegründet. Bei ca. acht Gesellschaften bin ich derzeit Geschäftsführer. Drei davon verwalte ich selbst aktiv (nicht jeder GF kümmert sich immer um die Finanzen).

Heute daher ein Blogbeitrag ab wann sich eine GmbH (oder UG) lohnt und was der Aufwand und Kosten über den Lebenszyklus sind.

WER BRAUCHT EINE GMBH?

Zuerst halten wir fest, dass eine UG (Unternehmergesellschaft) sich kaum von einer GmbH unterscheidet. Abgesehen vom Stammkapital (1 € bis 25.000 €), ist der Aufwand fast identisch. Daher schreibe ich hier über GmbHs, was sich genauso für UGs anwenden lässt.

Nun, wer braucht überhaupt eine GmbH/UG?

Der Anfang ist meistens eine Idee, aus der ein Projekt wird. Recht früh stellt sich dann die Frage, ob man das Projekt ein Projekt sein lässt, oder sich der Aufwand lohnt eine GmbH zu gründen. Für folgende Personen/Projekte ist es sinnvoll, über die Einrichtung einer UG/GmbH nachzudenken:

  • Alle die Investments machen wollen. Also sich an Startups/Firmen beteiligen wollen, die für Geld etwas vom Stammkapital erhalten.
  • In einigen Fällen Mitarbeiter, die Anteile erhalten. Kommt jedoch sehr auf den Einzelfall an.
  • Firmen, die Umsätze über 250.000 € machen oder planen. Darunter lohnt es sich selten.
  • Alle Projekte, die mehr als eine(n) Gesellschafter/-in (oder Gründer/-in) haben.
  • Sobald Kredite, Darlehen, Venture Capital, oder Business Angels ins Spiel kommen.
  • Wenn man Mitarbeiter einstellen möchte.

FÜR WEN MACHT ES WENIGER SINN?

Nicht jeder braucht eine Kapitalgesellschaft. Wie das Wort bereits sagt, geht es hier doch immerhin um Kapital. Manche Firmen basieren jedoch auf Wissen und Arbeit. Für folgende ist es daher nicht immer vorteilhaft, eine GmbH zu nutzen:

  • Agenturen (Medien, Werbung, Marketing, Personal)
  • Freelancer
  • Berater (SEO, Social, usw.)
  • Eventmanager
  • Programmierer
  • usw.

Eigentlich für all die Personen, die selbstständig sind. Solange die eigene Arbeitskraft/Leistung im Vordergrund steht, wäre eine GmbH nicht vorteilhaft. Dies hat diverse steuerliche und rechtliche Gründe, die euch ein Experte (Anwalt/Steuerberater) besser erläutern kann.

DIE VORTEILE EINER GMBH

Nun gibt es ein paar Vorteile, wenn man eine GmbH hat.

  • Der größte Vorteil im Falle eines Verkaufs von Beteiligungen ist steuerlicher Natur. Wenn du dein Startup verkaufst oder Anteile an einem Projekt veräußerst, sparst du bis zu 95 % der Steuern.  Nach aktuellem Stand (Finanzämter sind extrem unberechenbar) zahlst du nur 5 % Steuern auf deine Erlöse. Wenn du deine Anteile privat hältst und dann verkaufst, sind es im Vergleich 25 % und mehr an Steuern. Das kann also schon einen Unterschied machen.
  • Du kannst Kosten leichter absetzen. Aus meiner Erfahrung ist es für GmbHs leichter z. B. ein Büro steuerlich gelten zu machen, als wenn du es privat versuchst. Für meine UGs haben die Finanzämter nie gemeckert. Bei meinen privaten Steuererklärungen gibt es immer Rückfragen.
  • Die Haftung ist auf das Geld beschränkt. Auch hier wird der eigentliche Zweck ganz klar. Wenn du Mist baust oder es schief geht (immerhin scheitern 99 % aller Startups), dann verlierst du erst einmal nur dein Geld. Wenn du keine GmbH hast und es schief geht, könntest du den Rest deines Lebens Schulden haben die dich bis in die Privatinsolvenz treiben.
  • Eine GmbH hat ein gewisses Signal gegenüber Kunden oder Lieferanten. Ich persönlich schätze GmbHs als Geschäftspartner ggü. Privatpersonen mehr. Hauptsächlich aus dem Grund, dass eine GmbH ein gewisses kaufmännisches Grundverständnis erwarten lässt. Wenn ich die Wahl habe, arbeite ich lieber mit einer eingetragenen Firma (z. B. der GmbH) zusammen, als einer Privatperson. Natürlich nur, wenn es nicht um Arbeit (z. B. freie Mitarbeiter) geht, sondern um Investitionen (wie dem Kauf von Waren oder der Anmietung von Büroflächen).

NACHTEILE DER GMBH

Sicherlich ist nicht alles rosig. Was spricht also gegen die GmbH oder was sollte man einfach wissen:

  • Die Kosten einer GmbH belaufen sich auf rund 1.000 € im Jahr, ob du die GmbH/UG nutzt oder nicht. Wenn man etwas Ahnung hat, lässt sich dies auf 300 €/ Jahr reduzieren. Für weniger habe ich es noch nicht geschafft.
  • Es kostet Zeit und Energie die GmbH zu verwalten. Diverse Schreiben von unzähligen Ämtern rauben einem schon die Nerven.
  • Transparenz ist notwendig. Jeder kann nachlagen, wem die GmbH gehört, wer die GFs sind und was die Zahlen (Bilanz) sind. Immerhin liegen diese Daten 1-2 Jahre in der Vergangenheit. Trotzdem ist es öffentlich.

WIE GRÜNDE  ICH NUN EINE GMBH

  1. Du nimmst dir eine Mustersatzung aus dem Internet (für UGs) oder einen GmbH Standardvertrag. Alles ist im Netz zu finden. Entweder Vorlagen nehmen oder vom Anwalt personalisieren lassen. Hängt stark davon ab, ob die UG nur für dich ist (sehr einfach), oder du bereits Mitgründer und Investoren hast (wird komplizierter).
  2. Denk dir einen Namen aus. Dieser muss entweder ein kreativer Eigenname sein, oder sollte den Tätigkeitszweck beschreiben. Hier vorher bei der IHK nachfragen, ob der Name genehmigt wird. Sollte der Name zu generisch sein (z. B. Brautkleider GmbH), dann wird dieser vom Amtsgericht abgelehnt. Der Name der Gesellschaft sollte einzigartig sein und „Brautkleider GmbH“ ist es nicht. Auch sollte der Name noch frei sein, denn doppelt vergeben wird ein Name selten.
  3. Stelle einen Cap Table zusammen. Heißt: Wer bekommt welche Anteile.
  4. Suche dir einen Notar. Schicke ihm vorher die Gründungsdokumente (Satzung) und er macht dir alles fertig. Anschließend unterschreibst du 3x und bist formal gesehen beim Notar durch. Dieser meldet nun die Gesellschaft für dich an.
  5. Du nimmst die Gründungsunterlagen (schickt dir der Notar zu), gehst zur Bank, eröffnest ein Konto und zahlst das Stammkapital ein.
  6. Du schickst einen Kontoauszug mit dem Stammkapital an den Notar. Dieser leitet es an das Gericht weiter.
  7. Nach 6 – 12 Wochen bekommst du Post vom Amtsgericht. Wenn alles geklappt hat, ist die GmbH/UG jetzt eingetragen.
  8. Anschließend musst du diverse Formulare vom Finanzamt (Steuernummer und Umsatzsteuernummer) und Gewerbeamt ausfüllen.
  9. Falls du Mitarbeiter einstellen willst, musst du noch eine Betriebsnummer beantragen.

10. Abgesehen von zahlreichen Werbebriefen (!!! Die wollen dir einreden, dass du für 600 € dich eintragen lassen musst bei diversen Verzeichnissen. Dies ist jedoch alles abzocke. !!!), kannst du nun diverse Versicherungen abschließen.

Was kostet das alles? Nun eine UG rund 150 € (Notar) oder GmbH ca. 600 € (Notar). Dann etwa 120 € an das Gericht für die Eintragung.

INSTANDHALTUNG DER GMBH

Wenn du die GmbH gegründet hast, gibt es trotzdem jährlichen Aufwand und Kosten.

  • Die IHK nimmt dir jedes Jahr rund 120 € ab. Da kannst du nichts gegen machen. Ist das nicht abhängig vom Umsatz der gemacht wird und kann ggf. mehr sein?
  • Jahr für Jahr musst du einen Jahresabschluss erstellen. Dieser muss beim Bundesanzeiger (nur die Bilanz bei kleinen KapG) veröffentlicht werden. Falls du dies vergisst, zahlst du eine Strafe (ca. 100 € für die erste Verwarnung).
  • Auch muss die Steuererklärung erstellt werden (Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer).

Wenn du die Erstellung der Abschlüssen und Steuererklärungen an einen Steuerberater abgibst, sind dies ca. 1.000 € pro Jahr. Ich mache es selbst, das spart Geld. Zudem ist es nicht schwer einen Jahresabschluss zu erstellen, wenn es nur einen Gesellschafter gibt (mich) und die Kosten bei ca. 300 € im Jahr liegen.

Natürlich gibt es dutzende Sonderfälle und ich decke nicht alles ab. Bei Fragen einfach mir schreiben.

Weitere Artikel zum Thema:

http://bootstrapping.me/die-rechtliche-grundung-vom-notar-zur-bank/

http://bootstrapping.me/mitarbeiterbeteiligung/

http://bootstrapping.me/venture-capital-basics-vesting/

Disclaimer: Ich bin weder Rechtsanwalt noch Steuerberater. Mein Beitrag möge dir als Orientierung dienen, aber nicht als rechtliche Absicherung.

Wie beteilige ich Mitarbeiter an meinem Unternehmen?

Es ist vielleicht ein trockenes Thema und doch immer wieder relevant: Mitarbeiterbeteiligung.

Ich war die Tage bei einem Vortrag von KPMG und konnte meine Erfahrungen mit rechtlichen Grundlagen auffrischen. Aus diesem Grund schreibe ich heute darüber, denn es betrifft eigentlich jedes Startup.

Die beiden einfachsten Möglichkeiten für Mitarbeiterbeteiligung ist: Du gibst deinem Mitarbeiter reale Anteile an deiner Firma oder du gibst im Optionen auf zukünftige Exit-Erlöse. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

REALE ANTEILE

Reale Anteile sind Eigenkapital. Dein Mitarbeiter bekommt also etwas vom Stammkapital deiner Firma. Entweder er hält seine Anteile direkt (z.B. 250 Anteile. Diese sind 1% Beteiligung bei einem regulären GmbH Stammkapital von 25k €), oder Jemand ist der Treuhänder. In diesem Fall hältst z.B. Du die Anteile und kann über diese frei verfügen. Der Mitarbeiter hat das wirtschaftliche Recht (also Verkaufserlöse oder Ausschüttungen), tritt aber seine Kontroll- und Stimmrechte ab.

Hier gibt es nun das Problem, dass man wissen muss was der reale Wert der Anteile ist. Wenn du einem neuen CTO 1% Shares Form von Eigenkapital geben willst, dann sind diese entweder 250 € wert oder deutlich mehr. Es ist auf jeden Fall eine lohnsteuerliche Sache für den Mitarbeiter und er muss dies korrekt beim Finanzamt anmelden. Wenn es noch keine Runde gab, dann kannst du argumentieren, dass die Anteile nur 250 € Wert sind. Meistens wirst du ihm sagen, dass deine Firma x Millionen € wert ist und du ihm demnach tausende Euro an Anteilen schenkst. Sobald es eine offizielle Bestätigung der Bewertung gibt (z.B. ein Investment Dritter wie VCs oder Angels), dann muss der Mitarbeiter dies komplett versteuern. Konkret: Die Bewertung ist 3 Millionen €, du gibst deinem Mitarbeiter 5 % Shares, dann muss er auf 150.000 € Lohnsteuer zahlen. Das könnten locker 90.000 € sein, die er jetzt zahlen muss, obwohl seine Anteile nichts wert sind. Die Steuerberater nennen dies “Geldwertenvorteil”.

Zu beachten ist natürlich ein weiterer Punkt: Transparenz und Mitsprache. Wenn du einen Mitarbeiter direkt beteiligst, dann hat er klassische Gesellschafterrechte. Bedeutet, er kann dir ziemlich auf den Geist gehen. Sei dir also vorher bewusst, dass du kaum noch (bewusste) Geheimnisse vor dem Mitarbeiter haben kannst, was die wirtschaftlichen Daten der Firma angeht.

Ebenso zu beachten ist, dass du im Falle einer Trennung (Good Leaver oder Bad Leaver) es komplizierter wird, dem Mitarbeiter die Anteile wieder wegzunehmen. In der Tat ist der Mitarbeiter oft Eigentümer der Anteile und du musst diese zurück holen. Das kann ungemein nervig, zeitraubend und teuer werden.

MEINE ERFAHRUNG

Ich empfehle daher reale Anteile nur für CoFounder. Wir haben damals 50-50 gemacht, jeder hat sein Stammkapital eingezahlt. Mit realen Anteilen nimmst du deinen Partner mit in die Verantwortung. Zugleich die Firma bei Gründung 0 € wert und daher steuerrechtlich einfach zu handhaben. Doch für Mitarbeiter, die später kommen, rate ich davon ab. Besonders wenn es bereits eine externe Runde gab (Angels, VCs oder Crowdfunding). Du willst keinem Mitarbeiter so viele (Shareholder) Rechte zusprechen. Zudem ist es einfach schwerer Mitarbeiter zu kündigen. Ausnahme ist natürlich, wenn der Mitarbeiter Cash für seine Anteile zahlt und sich diese nicht schenken lässt. Wir haben Mitarbeitern es immer angeboten, dass sie ihre Anteile kaufen können und von uns dafür einen Rabatt gegenüber den Investoren bekommen.

VIRTUELLE ANTEILE

Virtuelle Anteile sind eher Optionen. Rocket Internet ist bekannt dafür, dass sie diese vergeben. Reale Anteile haben nur Rocket und die Investoren. Selbst Gründer haben meist die Optionen, selten richtig eingetragene Anteile. Optionen haben wie alles, Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass die Optionen steuerrechtlich neutral sind und günstig umzusetzen. Du gibst einfach einen Optionsvertrag raus und sparst dir Anwälte, Notare und Gerichtskosten (gegenüber realen Anteilen).

Problematisch ist jedoch, dass Mitarbeiter selten den Wert ihrer Anteile verstehen. Mitarbeiterbeteiligung dient als Hauptzweck dazu, dass Mitarbeiter motiviert werden. Dafür gibt es oft längere Arbeitszeiten für weniger Geld. Die Anteile sollen dir wie eine Karotte vor der Nase baumeln, welche du in den wenigsten Fällen erreichst. Daher ist es wichtig, dass deine Mitarbeiter verstehen, wie sich die Wertsteigerung zusammen setzt. Anteile, die im Handelsregister eingetragen wurden, sind leichter nachzuvollziehen als Optionen. Beachte dies bei der Kommunikation.

Auch sind Optionen an den Exit gebunden. Reale Anteile können jederzeit verkauft werden (Secondaries), Optionen nicht. Dies ist also wichtig zu beachten.

Ebenfalls ist es für dich wichtig die Vergabe von Optionen gut zu dokumentieren. Optionen tauchen in keiner Gesellschafterliste auf oder sind auch nicht im Cap Table verzeichnet. Du vergibst diese schnell, dass es nur ein Stück Papier ist und am Ende vergibst du mehr Anteile als geplant. Also führe Buch und notiere die Vergabe von virtuellen Anteilen.

Steuerlich gesehen ist es besser für den Mitarbeiter. Er zahlt seine Steuern erst beim Verkauf der Optionen – nicht beim Erhalt dieser.

MEINE ERFAHRUNG

Ich mag Optionen und habe diese für alle Mitarbeiter verwendet. Es ist einfach umzusetzen und es entstehen kaum Kosten. So kannst du deinen Mitarbeitern Anteile geben auch im kleinsten Bereich. Die Hemmschwelle sinkt einfach deine Mitarbeiter zu Miteigentümer zu machen. Zudem zieht ihr dadurch alle am gleichen Strang.

FÜR MITARBEITER

Was sollten nun Mitarbeiter beachten? Zum einem sind die Rahmenbedingungen wichtig. Oft gibt es einen Cliff (die Anteile werden erst nach dem Ablauf der Probezeit aktiv) und Vesting (Zeitraum, bis einem die Anteile komplett gehören). Zum anderem gibt es natürlich die klassischen Investoren mit ihren Liquidation Preferences. Im Falle eines Exits kriegen die VCs als erstes ihr Geld, die Mitarbeiter als letztes. Wenn die Gründer Geld sehen, dann auch die Mitarbeiter. Doch das kann dauern.

AUS VC SICHT

Venture Capital Firmen mögen es natürlich, wenn es bereits Mitarbeiterbeteiligungspools (ESOP) gibt. Und sollte kein Programm vorhanden sein, wird man aufgefordert eines einzurichten. Idealerweise vor der Kapitalrunde damit die Gründer stärker verwässern.

FAZIT

Zusammenfassend möchte ich sagen: Mitarbeiterbeteiligung ist wichtig. Wenn es dein Partner ist, gibt ihm reale Anteile. Für alle anderen empfehle ich Optionen. Wenn du Fragen hast, dann schicke mir eine Nachricht. Ich helfe gerne mit Intros zu Anwälte oder Erfahrungen aus.

Das Gleichgewicht bewahren

Ich bin wieder da. In den letzten Wochen fiel es mir recht schwer zu schreiben aufgrund einer unangenehmen Unpässlichkeit. Wie du unschwer erkennen kannst, ist das meine Hand auf dem Foto.

meineHand

Tja, da schicken wir Leute (angeblich) auf den Mond, lassen das  Internet durch die NSA überwachen und klonen Tiere. Und doch sind die Methoden in der Medizin irgendwie altertümlich in vielen Fällen.

Worum es mir heute geht, ist das Gleichgewicht im Leben eines Gründers. An der Leidenschaft für die eigene Idee und Firma möchte keiner zweifeln. Doch wie sieht dein ganzheitliches Energieverhältnis bei dir aus? Für mich ist alles ein Dreieck aus den 3 wichtigsten Säulen unseres Lebens: Unser Körper, Familie & Freunde und Karriere.

Gleichgewicht

Alle 3 Säulen unseres Lebens sollten im Gleichgewicht stehen

Ich versuche immer, dass diese 3 Säulen im Gleichgewicht sind. Das ist mir wichtig, denn gerade uns Gründern fehlt Einiges. Wir investieren soviel Kraft und Zeit in die Firma, dass Familie, Freunde und auch der Sport oft zu kurz kommen. Ich habe es nun in den letzten Wochen nach meinem Unfall gemerkt. Es ist die Freundin und Familie, die einem nach der Operation am Krankenhausbett besuchen, nicht die Firma. Und es ist der eigene Körper, der nicht arbeiten kann (Schmerzen, Verband, Medikamente).

Wenn etwas fehlt, zieht es die anderen runter

So ein Unfall zeigt einem schnell, was wichtig ist. Ich bin sehr dankbar, dass meine Familie da war, als ich aus der Narkose aufwachte (Säule 1), mir meinen Laptop mitbrachte damit ich arbeiten kann (Säule 2) und die Ärzte mich zusammenflickten (Säule 3).

Viele Freunde von mir teilen ähnliche Sorgen. Die einen gewinnen an Gewicht, andere verlieren ihre Beziehungen. Weitere brechen den Kontakt zur Familie ab oder stürzen sich in Exzesse (ungesunde Menge Alkohol und/oder 1-Night-Stands). Wir Gründer geben viel für unsere Firma und der Preis ist hoch. Daher lieber vorbeugen und auf das Gleichgewicht achten.

Die Gleichgewichts-Gruppe

Aus diesen Gründen habe ich vor einer Weile mit einem gutem Freund eine “Gleichgewichts-Gruppe” gegründet. Wir treffen uns alle 3 Monate und berichten bei einem guten Japaner über unsere Säulen. Dafür haben wir 5 Punkte definiert: Gesundheit, Persönliche Entwicklung, Karriere, Geld und Sozialleben. Für jeden Punkt gibt es Quartals-, Jahres- und Lebensziele. Bei jedem Treffen gleichen wir ab, wie wir unsere Ziele einhalten konnten. Es ist wirklich hilfreich aus 2 Gründen. Zum einen macht man sich Gedanken. Man überlegt, was wichtig im Leben ist, wie die Prioritäten sein sollten und setzt sich messbare Ziele. Das andere ist die Rechenschaft gegenüber dem Freund. Es ist einfach leichter, wenn man offen sprechen kann. Es geht weniger um Kontrolle sondern Vertrauen.

Zum Beispiel ist eines meiner Quartalsziele (Gesundheit), dass ich meine Hand wieder nutzen kann. Mein Ziel im vorherigen Quartal war, dass ich ein bestimmtes Gewicht erreiche (mein Startup hatte mir +5kg eingebracht). Nun dieses Ziel hatte ich geschafft, denn ohne zweite Hand lässt es sich auch schlechter essen.

Was hältst du von der Idee einer “Gleichgewichtsgruppe” und wie bleibst du im Gleichgewicht?