in Künstliche Intelligenz

Wir brauchen eine europäische Strategie für künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz Industrie

Auch wenn mein letzter Artikel etwas selbstkritisch war (Gefangen im Leben), waren es doch einige großartige Wochen für mich.

Wir hatten eine fantastische Rise of AI Konferenz (Bilder und Eindrücke auf Twitter) mit 600 Gästen und großartigen und spannenden Vorträgen.

Rise of AI Konferenz 2018

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat mich zweimal erwähnt (Künstliche Intelligenz Halbzeit – es steht 4:0 sowie Künstliche Intelligenz – wo muss investiert werden). Bild.de hat über uns geschrieben (Halb Mensch, Halb Maschine) und Business Punk hat meine 8 Thesen für eine europäische KI-Strategie veröffentlicht.

Die erste globale Künstliche Intelligenz Übersicht

Nachdem wir 2017 eine deutsche Version und eine europäische Version der Künstliche Intelligenz Industrie erstellt haben, haben wir die letzten 9 Monate über 7.500 internationale KI-Firmen ausgewertet. Das Resultat ist unsere Global Artificial Intelligence Landscape.

Kurz geschrieben: Es steht nicht gut um Deutschland und Europa. Die USA sind wie erwartet führend mit 40 % Marktanteil, China und Israel sind weit vor uns. Selbst Kanada hat ein stärkeres Ökosystem für künstliche Intelligenz. Deutschland belegt international nur Rang 8 mit einem Marktanteil von 3 %. Das ist eindeutig zu wenig für uns!

Zwar steht Europa als Gesamtraum auf einem gesunden zweiten Platz, doch ist unser Markt fragmentiert und der größte Spieler (UK) verlässt demnächst den Verbund.

Wieso wir eine Strategie für künstliche Intelligenz brauchen

Bereits Anfang 2017 mahnte ich während meines Expertengesprächs im Bundestag an, dass wir mehr Visionen und weniger Regulierungen brauchen. Wenn Deutschland und Europa nicht langsam aufwachen, dann bedroht dies unsere Gesellschaft, Wirtschaft und auch unsere Sicherheit.

Zusammen mit Roland Berger haben wir daher eine Studie (hier zum Lesen) geschrieben, welche eindeutig auf die Risiken einer fehlenden gesamteuropäischen Strategie hinweist.

Wieso ist das relevant für Dich, lieber Leser? Nun, möchtest Du in einer Welt leben, in der Dein Handy, Dein Haus, Dein Auto oder Dein Finanzberater Chinesisch, Israelisch oder Amerikanisch denkt? Künstliche Intelligenzen sind ein Spiegelbild des Wertesystems der jeweiligen Kultur der Erschaffer. China hat dies begriffen und möchte ehrgeizig bis 2030 die Welt mithilfe von künstlicher Intelligenz beherrschen. Wenn wir also nicht agieren, sind wir nur noch Beobachter in einem globalen Spiel der herrschenden Algorithmen. Diese Algorithmen werden in den nächsten 10 bis 20 Jahren unser persönliches Leben, unsere Unternehmen und Gesellschaft maßgeblich beeinflussen und steuern.

Natürlich sind wir alle Menschen auf dieser Erde, doch unsere Kulturen unterscheiden sich weiterhin. Für China und die USA ist künstliche Intelligenz ein Machtinstrument. Eine moderne Form von Digitalimperialismus. Was Europa am wenigsten machen sollte, ist, seine Interessen zu bewahren.

Wir sollten unser Schicksal selber bestimmen

Jeder von uns hat die Macht, etwas zu bewegen. Hier sind ein paar Vorschläge von mir.

#1 Baut mehr Künstliche-Intelligenz-Anwendungen

Künstliche Intelligenz ist keine Raketenwissenschaft mehr. Die Grundlagen sind für jeden frei. Welche Ausrede hast Du, dass Eure Firma sich noch nicht damit beschäftigt?

#2 Löst wichtige Probleme

Deutschland ist das Land der Hidden Champions. Wir haben erstklassige Firmen im Bereich des Maschinenbaus, der Chemie, Pharma, Logistik und Fahrzeuge. Wir haben die perfekten Voraussetzungen, unsere Software in die Welt zu exportieren. Hardware ist doch nur ein Trojanisches Pferd für Software.

Wir haben eine starke Industrie. Wir haben Know-how und Erfahrung. Lasst uns diese nutzen und die Welt intelligenter machen.

Wir brauchen mehr angewandte KI für Industrieprobleme. Wir brauchen nicht den nächsten Chatbot!

#3 Es braucht Spitzenforschung

Deutschland hat erstklassige Universitäten und sehr gute Institute wie das DFKI, Fraunhofer oder Max Planck. Doch wo bleiben die ganzen Ergebnisse? Wo sind die Unicorns, die daraus entstehen? Zu viel Innovation landet in den Schubladen von Konzernen, welche Fortschritte bekämpfen statt sie zu akzeptieren. Zu wenig wird verwendet, um angewandte KI-Lösungen in Form von Start-ups auf den Markt zu bringen.

Liebe Forscher, arbeitet enger mit Unternehmern zusammen statt mit Konzernen. Lasst nicht zu, dass der MP3-Effekt sich wiederholt (erfunden in Deutschland, doch monetarisiert in den USA und Ost-Asien).

#4 Mehr Kapital mit Mut

Deutschland ist reich, doch wir verwalten unseren Reichtum nur. Als Gesellschaft sind wir nicht mehr hungrig. Das oberste Ziel unserer Oberschicht ist es, das Vermögen zu bewahren. Bloß keine Risiken mehr eingehen.

Derzeit bin ich im Fundraising für unseren Asgard Singularity Fund (www.token.asgard.vc). Das Feedback aus Asien ist viel positiver als hierzulande. In Asien gibt es Millionen von hungrigen und mutigen Menschen, mit Kapital und Zielen. Dort ist man noch nicht satt, sondern sieht den riesigen globalen Kuchen. Wir lassen uns derzeit die Butter vom Brot nehmen. Ist Europa überhaupt noch willens, eine Rolle in der Zukunft der Menschheit zu spielen? Oder sind wir bereits zu einem Freilichtmuseum verkommen?

Daher: Investiert bitte mehr in Venture Capital und Start-ups. Fördert die nächste Generation von Innovatoren, Visionären und Unternehmern. Akzeptiert den Status quo nicht, sondern versucht den Himmel zu erreichen. Aus eigener Erfahrung sage ich, dass es das Leben ungemein lebenswerter macht.

#5 Wir brauchen eine Vision

Am meisten vermisse ich, dass wir in Deutschland keine Vision mehr haben. Künstliche Intelligenz könnte der Heilsbringer für ein längeres, gesünderes und glücklicheres Leben sein. Doch unsere verwaltende Politikerkaste sieht KI als Bedrohung. Sie wird im Rahmen von Technologie-Risikenvermeidung behandelt. Was für ein unschöner deutscher Ausdruck!

Unsere Politik und Medien sollten lieber vorangehen. Ein Bild eines besseren Europas malen. Den Menschen eine Perspektive und Hoffnung geben.

 

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