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The next big thing dabei? Soziale Mobilität und Individualisierung von Erfahrungen

Viele Trends sind derzeit im Markt. 2 Themen finde ich besonders heiß: Individualisierung von Erfahrung und soziale Mobilität. Was wird also the next big thing?
Ein Vorteil meines Jobs ist, dass ich viele Dinge sehe, bevor diese groß werden. Da wir mit den ganzen Gründern zusammen arbeiten, setzen wir oft direkt nach dem Ideenprozess an. Eine Erfahrung daraus ist, dass jede Idee hunderte Male an verschiedenen Orten auftaucht. Aus diesem Grund ist aus meiner Sicht eine Idee auch wertlos, sondern erst die Umsetzung dieser zählt. Denk einfach daran, wenn du eine Idee hast, dann hat einer anderer irgendwo diese auch. Jedenfalls sind mir gerade in den letzten Woche zwei Themen aufgefallen, die gerade brodeln. Es vergeht kein Tag, wo man von diesem Konzept nicht hört.

Individualisierung von Erfahrungen:
Hier fällt auf, dass ungeheuer viele Teams an diesem Thema arbeiten, Gidsy ist nur ein prominentes Beispiel, welches viel PR aber wenig Kunden bekommt. In den USA gibt es Vayable, welche bereits ihr Geschäftsmodell anpassen mussten, nachdem der Markt sich nicht wie erwartet entwickelt hat.
Jedenfalls sprechen diese alle ein ähnliches Bedürfnis an: individuelle Freizeitgestaltung. Mal ist es der Schwerpunkt auf Ausbildung (wie Skillsetter), mal normale Events (Regiondo) oder Erlebnisse (MyGuidie, Gidsy, Sidetour). Persönliche denke ich: “hey, das ist logisch, das ist cool. Sowas brauchen wir“. Aber praktisch gibt es bisher viel zu wenig proof of concept. Oder wie sagt man, es fliegt noch nicht. Bisher gibt es keinen Erfolgsfall, keine Winner. Bedeutet, alle Startups haben noch faire Chance und Neueinsteiger können mit einem weiteren Konzept den Markt für sich entscheiden. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass ein Erfolg nicht garantiert wird. Es gibt einfach Segmente, wo Erfolg eine viel höhere Wahrscheinlichkeit hat. Dies ist Mode (Vestiaire), klassisches ecommerce (Nu3) oder Software (Shiftplanning). Alles neue Startups, die sich langfristig wohl durchsetzen werden.
Das ganze gibt es auch für Essen, Kochen, Lebensmittel usw. Ein Trend in den USA ist es wohl, dass man mit Fremden sich zum Essen trifft (Grubwithus), sich fertige Mahlzeiten kochen lässt (Gusta, Gobble) oder direkt einen Privatkoch bestellt (Kitchensurfing, Kitchit).

Soziale Mobilität:
Und dann gibt es viele Startups, die gerade eine Art badoo mobile entwickeln. Beispiele sind Glancee, highlight oder Banjo. Alle sprechen das Bedürfnis nach sozialen Kontakten an. Wäre es nicht ideal, wenn man in eine Kneipe geht und anhand einer App sofort sieht, wer den gleichen Fussballverein mag, bei der selben Firma arbeitet, wer single ist oder aus der gleichen Heimatstadt kommt. Es bieten einen super einfachen Aufhänger für ein Gespräch und verhindert eine der größten Ängste des Menschen: soziale Isolation.  Auch hier sagen ich, ja sowas muss sich durchsetzen. Es spricht einfach konkrete Probleme an. Und es gibt hunderte Teams, die an diesem Thema arbeiten. Ich sehe pro Woche gut 2-4 Businesspläne, die dieses Thema angehen. Bedeutet, dass es viel mehr Teams gibt, die weltweit an dieser Lösung entwickeln. Auch hier könnte der Zeitpunkt bald soweit sein, nachdem das iPhone die Smartphone-Welle vorbereitet hat. Denn ein mobiles Endgerät ist die Grundlage dafür.

Die große Frage ist, wann ist der Tippingpoint? Wann wird eine dieser Entwicklungen auch massentauglich? Mainstream? Oft braucht es eine Mischung aus Ideen + Technologie + Errungenschaften + sozialem Verhalten, bis ein Produkt einen Markt komplett neu aufrollen kann. Erst das iPhone hat die Ära von mobile ausgelöst. Aber ohne UMTS und günstigen Datentarifen, hätte dies nie funktioniert. Und ohne die Entwicklungen von PCs und deren Hardware, wären wir auch nicht wo wir sind. Richtiger Erfolg gibt es nur, wenn man mit der passenden Idee zum richtigen Zeitpunkt ist. Und da bin ich ehrlich: dies ist Glück!
So oder so, wir warten auf den Durchbruch. Kommt er jetzt oder erst in 2-3 Jahren? Wann buchen wir Freizeit nur noch über Gidsy und Skillsetter, oder werden wir dies vielleicht nie tun? Sitzen wir alle irgendwann in Bars und stalken die Gäste, oder setzt es sich gesellschaftlich vielleicht nie durch?

By the way: Die Idee von Grubwithus finde ich richtig cool. Will das nicht mal wer in Berlin machen?

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