in StartUp

Wie du garantiert deinen Traumjob in einem Startup bekommst

Teil 3 meiner Startup-Karriere Reihe. Heute der Weg zum idealen Job.

Was nun unternehmen, um in der Webindustrie einzusteigen? Ich empfehle hier entweder den aktiven oder passiven Weg.

LASSE DICH EMPFEHLEN

Aktiv bedeutet, du suchst dir eine Branche aus (Teil 4 für ein paar Anregungen) und dann schaust du, welche Firmen gerade eine Finanzierungsrunde gemacht haben. Dafür sind Deutsche-Startups, Gründerszene und Techcrunch ideal. Ich empfehle Firmen nach einer Finanzierung, weil diese Geld haben und dringend Leute brauchen. Idealerweise bist du sogar schon vorher auf deren Radar, dann darfst du die nächste Welle an Leuten selber einstellen.

Bewirb dich auf Stellen, die dich ansprechen. Entweder Fachstellen wie Marketing oder bereitere Positionen wie Business Development.

Noch besser ist es, wenn du vorher auf FB/Linkedin/Xing nach Kontakte suchst. Besorg dir ein Intro oder schreibe sie direkt an. Dein Ziel sollte es nicht sein, denen deine Bewerbung in die Hand zu drücken – sondern die Person auf einen Kaffee zu treffen. Auch musst du gar nicht den Chef treffen. Es reicht vollkommen aus den nächsten gemeinsamen Kontakt in der Firma kennen zu lernen. Stelle Fragen, besonders warum diese Person für das Unternehmen arbeitet. Es ist wichtig, dass du dich vor einer Bewerbung bereits mit der Kultur und der Firmenphilosophie auseinander gesetzt hast. Unternehmen prüfen Bewerber – Bewerber sollten genauso die Unternehmen prüfen.

Wenn das Gespräch gut läuft und du dir vorstellen könntest, mit dieser Person zu arbeiten, dann solltest du dich empfehlen lassen. Die Wahrscheinlichkeit zu einem Interview eingeladen zu werden, weil Jemand innerhalb der Firma deinen Lebenslauf dem HR-Chef gibt, ist sehr viel höher, als durch eine klassische (kalte) Bewerbung.

Das hört sich jetzt total aufwendig an. Ja, es kostet Zeit, Energie und Überlegung. Aber sind wir ehrlich. Möchtest du 2 Jahre für eine Firma arbeiten, weil es bequem war sich dort zu bewerben? Oder möchtest du lieber Jahre für eine Firma arbeiten, weil das Team geil, die Idee super und die Aufgaben spannend sind? Und es sich überhaupt nicht wie Arbeit anfühlt?

Übrigens, falls du dich fachlich noch nicht auf eine Branche festlegen willst, dann empfehle ich Inkubatoren wie RocketInternet, Covus oder HitFox. Ähnlich wie die Unternehmensberater, sind diese auf einem Helikopterlevel bei vielen Themen. Du lernst so mehr Branchen in kürzerer Zeit kennen. Das ist ideal zur Orientierung bist du weißt, welcher Markt dir persönlich am besten liegt.

PRÄSENTIERE DICH AUF DEM SILBERTABLET

Der passive Weg ist natürlich entspannter. Ich war immer zu ungeduldig dafür.

Zur Vorbereitung brauchst du ein gutes LinkedIn- und Xing-Profil (ggf. auch Facebook). Achte zuerst darauf, dass du alle Leute als Kontakte hinzufügst, die du auch irgendwann kennen gelernt hast. Es ist wichtig, dass du ein (virtuell) großes Netzwerk hast. Je mehr Kontakte, desto besser für dich. Wenn du einmal durch deine Visitenkartensammlung gehst, sind sicherlich noch Personen dabei, die du nicht geadded hast. Und was ist mit dem letzten Dinner, Netzwerkevent oder Kongress? Bereits alle auf Linkedin und Xing gesucht und angeschrieben? Solltest du ruhig machen.

Nun füllst du dein Profil ordentlich aus. Was machst du gerade? Was genau sind Elemente deiner Tätigkeit? Was sind deine bisherigen Erfahrungen? Achte darauf, dass du die Fachbegriffe deiner Branche verwendest. Wenn du also im Marketing aktiv bist, notiere in deinem Profil die Schlüsselworte wie SEO, SEM, Social, Retargeting, RTB, usw..

Trage alle Jobs ein, auch die weniger spannenden. Z. B. finde ich es immer interessant, wenn Jemand vorher Promotor war. Das mag wie ein Nebenjob klingen, aber zeigt mir, dass diese Person auch richtig anpacken kann. Solche Kleinigkeiten können einen guten Eindruck hinterlassen.

Nun ist dein Titel wichtig. Eigentlich ist der Titel nichts wert, aber nach diesem wird auf den sozialen Netzwerken nun einmal halt gesucht. Wenn ich einen Leiter Marketing suche, dann tippe ich „CMO“ ein. Rekruter (die Personen, die sich den ganzen Tag Xing-Profile anschauen) suchen vermehrt nach Schlagworten. Besonders weil HR-Rekruter oft keine Fachkenntnisse haben und daher nach Signalworten im Profil Ausschau halten.

Verwende daher ruhig einen englischen Titel, wenn du von international aktiven Firmen gefunden werden möchtest. Deutsche Berufsbezeichnungen sind dann eher für rein deutsche Firmen. Du kannst also „Manager Customer Care“ oder „Abteilungsleiter Kundenservice“ sein – der gleiche Job und doch unterschiedliche Aussagen.

Und das ist es auch, worauf ich hinaus will. Der passive Weg bedeutet, dass du abgeworben wirst. Je nach Profil, kann es sein, dass du täglich Anfragen von Headhuntern und Rekrutern bekommst. Wir haben zweitweise 5 Leute, die den ganzen Tag auf LinkedIn nach Profilen suchen, diese sammeln und der jeweilige Abteilungsleiter dann durch die Liste geht und markiert, welche Personen er gerne zu einem Interview sehen würde. Anschließend werden die jeweiligen Profilinhaber angeschrieben. Ich habe so schon nach Bewerber gesucht und bekam oft nette Antworten. Mir ist bewusst, dass die Personen glücklich im Job sein können, doch fragen kostet nichts. Eher umgekehrt. Ich habe mich anfangs geschmeichelt gefühlt, wenn solche Anfragen kommen. Bedeutet es doch, dass irgendwer eine Wertschätzung für das hat, was man gerade macht.

Daher empfehle ich ein gut ausgefülltes Profil zu haben, selbst wenn man eigentlich gar keinen Job sucht. Du gehst doch auch gepflegt aus dem Haus und siehst gut aus, selbst wenn du gerade in einer Beziehung bist. Es ist alles eine Frage des Auftretens und Selbstdarstellung.

Übrigens bitte, bitte, bitte, mach ein ordentliches Foto. Kopf&Kragen macht super tolle Aufnahmen, das ist die Investition immer wert. Ja, wir Menschen sind halt oberflächlich. Und wir sind subjektiv. Egal wie man sich anstrengt, man wird nie eine 100 %ige Objektivität erreichen. Ich bin da ehrlich, ich möchte das auch gar nicht. Ich lasse mich gerne von meinem Bauchgefühl treiben. Und Fotos gehören dazu, um sich ein Bild der Person zu machen.

Jetzt heißt es warten. Übrigens der Grund, warum du so viele Kontakte wie möglich in deinem Profil haben solltest. Du wirst leichter gefunden, wenn du und der Rektruter gemeinsame Kontakte haben. Je mehr Leute du kennst, desto eher kennt man dich. Es hilf, garantiert.

Zu Teil 4 – wo man sich jetzt bewerben sollte (ab 27.09.2014)

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