in Wirtschaft, Zukunft

Welche Unternehmen werden als nächstes sterben?

Jedes Unternehmen braucht eine digitale Strategie, sonst endet es wie Karstadt.

Nichts ist heutzutage mehr sicher

Es ist heutzutage nicht leicht einen sicheren Job zu haben oder gar ein Unternehmen zu führen. Die Firma für die du arbeitest, auch sie ist konstant lebensbedrohlichen Herausforderungen ausgesetzt. Werden strategische Fehler gemacht, kann es in der Insolvenz enden.

Der Wettbewerb ist global. Von überallher kommen neue Anbieter und Konkurrenten. Zugleich müssen Waren und Dienstleistungen international gekauft und verkauft werden. Das ist komplex und fehleranfällig.

Wir haben Bankenkrisen, enorme Staatsverschuldung und eine Währungskrise. Dies schafft nicht unbedingt Vertrauen in den Wert unseres Geldes.

Die Amerikaner stochern weiterhin im Wespennest ‚Naher Osten’ herum, die Chinesen konsolidieren und in Russland sucht man nach einer Identität. Wir diskutieren über Flüchtlinge und einen ausgeglichenen Haushalt, während Europa verarmt.

Eine Wachstumsgeschichte haben wir nicht. Keine Vision oder Mission, für die unsere Gesellschaft derzeit kämpft. Keine innen- oder außenpolitischen (positiven) Aufgaben mehr. Wir geben uns zufrieden mit dem Status Quo und wollen abwarten was kommt.

Schleichend haben wir einen Niedergang der klassischen „Angestelltentätigkeit“. In 20 Jahren gibt es in Deutschland 50 % weniger Jobs (22 Jobs die es in Zukunft nicht mehr geben wird). Selbst wenn du nicht betroffen bist, wird Vieles in Zukunft anders sein. Eine Antwort darauf haben wir noch nicht.

Eine globale digitale Welt

Und als ob das alles noch nicht reichen würde, kommt jetzt dieser digitale Wandel daher und bedroht auch noch die Existenz deiner Firma.

Allein in den letzten 10 Jahren hat die Digitalisierung eine Menge Firmen und Märkte umgedreht. Es gibt mächtige Neueinsteiger, die vorher keiner erwartet hat.

2 Kranke machen keinen Gesunden. Karstadt und Galaria Kaufhof werden nicht das Sterben des Einzelhandels aufhalten können. Der Weltbild Verlag ist insolvent und auch allen anderen Zeitungen geht es nicht gut. In den USA sind Blockbuster (Videos), Kodak (Kameras) und demnächst auch Barnes & Nobles (Bücher) pleitegegangen. Die Amerikaner sind uns immer etwas voraus.

Immer wenn ein Unternehmen die Türen schließt, hat dies Konsequenzen für die Manager, Kapitalgeber, Mitarbeiter, Lieferanten und Dienstleister.

AirBnB, uber, Facebook, Apple, Instagram, WhatsApp brauchen einen Bruchteil der Mitarbeiter und wachsen zugleich schneller.

Die Komplexität, die Internationalität und das Tempo nimmt jeden Tag zu. Es gibt Niemanden, der kurz den Pause Knopf drücken kann.

Marktveränderungen sind üblich. Seit 1945 sind die Amerikaner auf deutschen Märkten dominant. In den 80ern kamen die Japaner und Koreaner dazu. In den 00er Jahren kam der Handel mit China und Osteuropa hinzu. Es ist ein weltweites Spiel und der Zeiger dreht sich exponentiell schneller. Wo ist unsere Elektroindustrie? Wo ist unsere Textil- und Möbelindustrie? Was ist mit unserer Finanzindustrie passiert? Wir verlieren überall und das Tempo der weltweiten Wettbewerber nimmt dabei zu. Technologien und neues Verhalten durchdringen immer schneller bestehende Märkte und können gewohnte Vorteile kippen.

Zuerst wurde jahrzehntelang alles global: Handys aus China, Kleidung aus Bangladesch, Möbel aus Polen, Filme aus den USA.

Und dann fingt es an, dass alles digital wurde: Dein Geld (paypal, USA), deine Musik (spotify, Schweden), deine Kommunikation (WhatsApp, USA), deine Bilder (iCloud, USA), deine Daten (Dropbox, USA). Eine globale und digitale Welt. Als Unternehmen muss man jeden Trend, jedes Startup, jeden Wettbewerber in allen Branchen und allen Ländern in Echtzeit analytisch beobachten, bevor sie einem gefährlich werden könnten. Viel Spaß damit.

Jede Firma ist davon betroffen

Werfen wir doch zusammen einen Blick auf die großen Märkte. Arbeitest du für eine Firma, die in diesen Industrien aktiv ist?

Wie entwickeln sich eure Märkte in den kommenden 5 bis 10 Jahren?

Automobil: Google und Apple werden bis 2020 den Markt betreten. Tesla ist bereits erfolgreich. Der Trend von Carsharing deutet daraufhin, dass das Auto an Stellenwert verliert. Wenn Uber und Google irgendwann selbstfahrende Autos anbieten, dann sind wir noch weniger bereit 50.000 € für ein Auto zu bezahlen. Langfristig werden weniger Autos produziert, die Autoindustrie wird sich kleinschrumpfen und 2 Millionen deutsche Arbeitsplätze sind betroffen.

Banken: Stark unter Beschuss von allen Seiten: Politiker, die Kunden, öffentliche Meinung. Und dann auch noch diese ganzen FinTech Startups. Die Wertschöpfungskette der Banken wird zerlegt. Den Kuchen teilen sich neue und bestehende Unternehmen auf. Am Ende wird es nur noch Algorithmen und Kundensupport geben.

Energie: Großes Thema und viele Herausforderungen. Ich kenne die Antworten nicht, doch der Energiemarkt wandelt sich enorm. Energie muss dezentraler erzeugt werden und wie fließendes Wasser überall garantiert sein. Das gleiche gilt für Breitbandinternet.

Gesundheit: Präventive Lebensführung statt Reparaturen – ein Wandel den die gesamte Industrie vollziehen muss bei steigendem Alter der Deutschen und dem natürlichen Streben so lange wie möglich zu leben. Keiner möchte sterben, wenn er noch einen Tag leben kann. Zahlreiche junge Unternehmen schrauben an der Ernährung, Analysetech und unserer DNA.

Handel: Der Großhandel und der Einzelhandel leiden seit Jahren und schrumpfen. Am Ende gibt es Boutiquen mit einem Einkaufserlebnis für die Kunden und der Rest wird online gekauft. Bereits heute werden Lebensmittel, Getränke, Kleidung, Möbel, Bücher, Elektronik, Schmuck und Dienstleistungen im Webshop bestellt.

Software: Wer Software herstellt, muss extrem flexible sein. Ein Release und schon ist alles anderes. Der Wettbewerber kann aus dem Nichts etwas veröffentlichen, was die eigene Software nicht kann. Schnell wird der Trend zur SaaS verschlafen oder das Frontend sieht aus wie 2000.

Konsumgüter: Traditionell stabil. Menschen konsumieren immer. Jemand produziert diese Produkte. Doch auch hier können Marktführer (Nokia) schnell abgelöst werden (Apple & Google).

Media: Menschen lesen digital – auf dem Handy, Kindle, Tablet oder am Rechner. Es gibt immer weniger Bedarf nach veralteten Zeitungen und gedruckten Büchern. Auch hier sind die Konsumenten von anlog auf digital gewechselt. Buchverlage sind auf die Zuliefererkette von Amazon degradiert worden. Informationen sind schwerer zu zensieren.

Entertainment: Apple hat die Musik und Filmindustrie geknebelt. Hohe Margen und extravagante Lebensstile sind für Musikproduzenten vorbei. Das Internet fördert die Umsatzmaximierung für das Short-Tail und eine gleichmäßige Verteilung am long-tail. Entweder man ist der Star oder ein Nischenplayer. Mittelmaß hat im Internet ausgedient.

Medizintechnik: Hier gibt es sehr spannende Innovationen. Taube die hören, Blinde die sehen und Gelähmte die Gehen. Große Sprünge sind zu erwarten und wie immer ist das Bottleneck der Staat.

Öffentlicher Sektor: Estland macht es mit dem e-Government vor. In 10 Jahren wird auch Europa seine Bürger mit einer Nummer versehen und im System einpflegen. Kommt mir historisch bekannt vor.

Telekomunikation: Was ist die Antwort von der Telekom oder Vodafone darauf, dass Milliarden Menschen über Whatsapp, Snapchat, Facebook, Email kommunizieren, statt SMS zu schreiben? Die Kunden gehören schon lange nicht mehr dem Handyanbieter. Netzbetreiber sind Infrastruktur. So wie Strom, Wasser und Gas.

Reise & Tourismus: Wer würde heute noch ein Reisebüro eröffnen. Online Reiseportale machen den Gewinn: Priceline, Booking.com, Trivago, HRS, Airbnb.

Versicherungen: Zeiten wo ein Finanzvertreter 30 % für eine Lebensversicherung kassiert hat, sollten vorbei sein. Das Internet macht Preise und Konditionen transparent. Finanzvergleichsseiten verdienen gut daran, uns zu sagen welcher der günstigste Kredit ist, die höchsten Zinsen und die beste Autoversicherung.

Hast du eine digitale Strategie für dein Unternehmen?

Wer kann sagen, dass sein Markt sicher ist? Glaubst du, dass deine Firma in den kommenden Jahren auch stark wachsen wird, oder ist euer Business eher Durchschnitt? Was ist, wenn Google morgen euer stärkster Konkurrent ist? Könnte deine Firma gegen Apple gewinnen?

Facebook, Google, Amazon, Apple – diese vier zusammen sind an der Börse mehr wert als der gesamte DAX.

Kommt jetzt das große Unternehmenssterben? Ist Deutschland ein Sanierungsfall?

Wieso hat der Taxiverband mytaxi nicht selbst auf den Markt gebracht? Wieso hat Siemens das iPhone nicht erfunden? Wieso baut BWM keinen Tesla? Wieso hat TUI nicht Booking.com entwickelt? Und warum kam von SAP keine iOS?

Hat dein Unternehmen bereits eine Strategie für den digitalen Wandel? Wurden diese auch gestern bereits umgesetzt?

Und was machen eigentlich die Hundertausende Unternehmensberater da draußen? Was erzählen sie ihren Kunden, wie die Welt übermorgen aussieht?

Positive Ausblicke geben dir, die Märkte der Zukunft.

Interessant?