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Gründer DNA: 11 Eigenschaften sollte jeder haben

11 Eigenschaften sind für jeden Gründer wichtig. Diese teilen die meisten erfolgreichen Unternehmer und sind vermutlich in jedem von euch genauso vorhanden.
Der letzte Beitrag war eher darüber, welche dunklen Eigenschaften Gründern haben könnten. Diesmal geht es darum, welche (guten) Eigenschaften wichtig sind um Erfolg zu haben. Mark Suster schreibt den besten Blog der ganzen Venture Capital Szene (nicht sehr regelmäßig, dafür aber sehr detaillierte Beiträge).

Sein ausführlicher Themenbeitrag handelt von 12 Eigenschaften, die ein Gründer/ Unternehmer haben sollte. Gerne stelle ich diese einmal vor mit ein paar Kommentaren meinerseits.

Hartnäckigkeit: Sicherlich eine wichtige Eigenschaft. Ein „Nein“ ist kein „Nein“, denn dieses hört man ständig. Der VC sagt: „es ist zu früh für ein Investment“. Der potentielle CTO sieht zuviele Risiken, Banken geben kein Geld und Kunden sind auch nicht interessiert. Als junges Unternehmen gibt es vermutlich nur Absagen und daher ist es essentiel, dass man sich durchbeißt und ein „Nein“ einfach nicht akzeptiert. Ich habe es selber erlebt, dass mir Leute gesagt haben „keine Chance“. Und? Man setzt sich hin, macht seine Hausaufgaben, arbeitet hart und am Ende schafft man es doch. Aufgeben ist keine Alternative.

Köpfchen: Der englische Begriff „street smart“ gefällt mir besser. Es geht einfach darum, dass man nicht nur akademische Intelligenz hat, sondern es einfach drauf hat. Man begreift Themen super schnell, kann den Transfer setzen, Ideen von einem Markt in einen anderen übertragen. So entstehen große Pläne. Ich kenne keinen Gründer, der seinen VC mit guten Noten überzeugen konnte. Es ist wichtig im persönlichen Gespräch einen aufgeweckten Eindruck zu machen, Fragen schnell beantworten zu können und sich nicht dumm anzustellen. Und wir wollen uns im Alltag auch nicht über den Tisch ziehen lassen.

Flexibilität: Die Amerikaner nennen es „pivot“. Dies ist ein Schlüsselbegriff für jedes StartUp. Es bedeutet soviel, dass man sich wandeln kann. Jedes Geschäftsmodell muss sich im Laufe eines Lebenszyklus mehrmals anpassen, manchmal radikal drehen. Bekanntes Beispiel ist, wie Fab.com von einem sozialen Netwerk für Schwule, zu einem der größten Shoppingsclubs für Designerware geworden ist. Ich denke, Flexibilität ist daher sehr bedeutend. Man sollte nie denken, dass man mit seinem Geschäftsmodell 100% der Kundenbedürfnisse trifft. Bedürfnisse ändern sich, Märkte wandeln sich und neue Konkurrenten entstehen. Ich persönlich hätte früher auch nicht gedacht, dass ich eines Tages für einen Venture Capital Fond arbeiten würde, geschweige, dass ich jemals bloggen würde. Und dann kam die Möglichkeit und ich habe meine bisherigen Pläne über Bord geworfen. Jetzt sitze ich hier vor dem Rechner, schreibe euch Beiträge und beschäftige mich ansonsten mit Startups, wo denen 99% der Bevölkerung noch nie gehört haben. Puhh, bin ich froh, dass ich nicht Berater geworden bin oder promoviert habe.

Steh-auf-Männchen: Damit meine ich die Fähigkeit, dass man Niederlagen wegstecken kann und nicht aufgibt. Es gibt immer Schlappen und Probleme, doch sollte man weiter kämpfen. Wer zu früh aufgibt, der erreicht nicht das Ziel. Es ist viel Verbunden mit Hartnäckigkeit, aber doch eine separate Eigenschaft. Ich bin mir sicher, auch euch passieren immer wieder unangenehme Dinge. Sachen laufen nicht wie geplant. Ein Jobangebot platzt, Geld wird nicht pünktlich gezahlt, ein wichtiger Mitarbeiter kündigt oder private Probleme kommen obendrauf. Entscheidend ist, dass man weitermacht, denn diese Rücksetzer, die haben wir alle und kriegen sie immer wieder.

Führungsstärke: Die Fähigkeit Leute mit einer Vision zu begeistern zeichnet wohl die meisten erfolgreichen Gründer aus. Das Team zu motiviert, solange es noch keine Substanz gibt. Wie kriegt man super Arbeitnehmer und Co-founder, wenn man die Idee nicht rüberbringen kann? Ich würde den Begriff etwas erweitern, und die Eigenschaft Leute zu führen, mit einfassen. Die richtigen Leute auf die richtige Position zu setzten. Motivation, wenn es schwache Momente gibt. Ermutigung, Belohnung und Bestrafung wenn angemessen. Ein spitzen Team bauen.

Fleiß: Ja, um harte Arbeit geht kein Weg vorbei. Normalerweise braucht man „99% Schweiß und 1% Glück“. Ich denke für ein erfolgreiches Startup, spielt die Glückskomponente noch etwas mehr mit als üblich. Trotzdem ist Fleiß wohl eine sehr wichtige Eigenschaft. Mein Chef sagt mir immer, dass jeder durch den Dreck wühlen muss am Anfang. Es gibt einfach keine Abkürzung nach oben. Für mich bedeutet es einfach, dass ich jeden Businessplan lesen muss, ob gut oder schlecht. Und 95% sind nicht gut. Dies ist zum Teil Fleiß, denn der Faktor ist Arbeitszeit. Wenn man Partner wird, dann bekommt man weniger Geschäftsideen zu sehen, doch dann sind die richtigen Entscheidungen aber umso wichtiger.

Risikobereitschaft: Wer gründen will, der geht Risiken ein. Wer Gründungen finanziert, der geht Risiken ein. Wie wären in der falschen Branche, wenn wir auf Lebensversicherungen und Bausparverträgen stehen würden. Risiken geht jeder ein der gründet. Risiken geht jeder ein, der seinen sicheren Beraterjob für ein StartUp kündigt. Risiken geht jeder ein, der keinen Master/MBA macht, sondern nach dem Bachelor in ein junges Unternehmen geht. Wir alle haben unseren Reiz an dem Spiel mit der Wahrscheinlichkeit. Mehre meiner Freunde sind gerade Risiken eingegangen. Anstatt für eine sehr angesehene Beratung zu arbeiten, ist der Kollege gerade weit weit weg und baut dort Unternehmen auf. Bezahlung ist ein Bruchteil, Arbeitszeiten genauso hart und dazu in einem fremden Land ohne Familie und Freunde. Und ein anderer Freund, der hat eben gegründet. Kein Gehalt und gute Jobs ausgeschlagen nur für den Wunsch etwas Großes zu bauen.

Detailliebe: Nicht unbedingt eine Versessenheit für Details, aber ein Auge dafür. Ein Gründer/CEO sollte jeden Aspekt seines Unternehmen kennen. Er muss nicht alles selber umsetzten, aber doch über alles Bescheid wissen. Nichts ist schlimmer, als wenn ein VC eine Frage stellt und der CEO diese nicht ohne Rücksprache weiß. Oder wenn die Presse sich beim Gründer meldet und er gerade seine aktuellsten Zahlen nicht weiß. Ich denke ein richtiger Gründer, der lebt für seine Firma und weiß winzigste Kleinigkeit.

Ehrgeiz: Mark Suster nennt es eher Wettbewerbsfähigkeit, doch finde ich den Begriff unpassend. Ich halte Ehrgeiz für extrem wichtig. Den Drang sich zu messen, zu vergleichen und am Ende besser zu sein als alle anderen. Dies ist natürlich auf das Unternehmen bezogen. Der Gründer sollte daran glauben, dass er die #1 auf dem Markt werden kann. Er soll davon überzeugt sein und diesen Wunsch hegen. Mit ausreichend Ehrgeiz, glaubt der CEO, dass das nächste Facebook, Zynga, Linked, usw. bauen kann.

Entscheidungsstärke: Halte ich auch für bedeutsam. Gründer müssen schnell entscheiden, nicht lange überlegen. Es kommen im Alltag so viele Anfragen, die eine rasche Antwort brauchen. Ansonsten entsteht ein Engpass beim Gründern und hält alle anderen von der Arbeit ab. Entweder der Gründer kann Verantwortung an seine Mitarbeiter übertragen, oder er kann wiederum schnell selber entscheiden. Die Konsequenzen muss er so oder so tragen. Lange überlegen und nicht entscheiden, ist oft schlimmer als die falsche Entscheidung zu treffen. Ich habe schon öfters schlechte Entscheidungen getroffen, aber habe diese nie bereut. Denn ich glaube daran, dass ich in der damaligen Situation nicht anders gehandelt hätte. Hinterher wissen wir es immer besser. Und deswegen brauchen wir auch eine gute Portion Risikofreude.

Marktkenntnis: Ich denke den Markt zu kennen ist ein Vorteil, aber kein k.o. Kriterium. Zahlreiche Gründer kenne einen Markt nicht und kompensieren dies durch Fleiß, harte Arbeit und Köpfchen. Trotzdem ist es nicht schlecht, wenn Jemand im Team einen Markt gut kennt. Dies natürlich auch abhängig von der Situation. Marc Zuckerberg kannte den Markt für soziale Netzwerke nicht, weil es diesen kaum gab. Wiederum kenne ich viele Gründer im eCommerce und Werbebereich, welche schon seit Jahren in diesem Markt arbeiten.

Es gibt sicherlich noch zahlreiche weitere Eigenschaften. In diesem Fall stimme ich jedenfalls Mark zu, dass diese 11 Fähigkeiten sehr wichtig sind. Und ich denke jeder von uns kennt Beispiele, wo er diese Eigenschaften einmal unter Beweis stellen musste.

Interessant?
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  • CEOLE

    Hallo Fabian, Dein Block finde ich wirklich lobenswert. Ich selbst habe zwar 99% Fleiß aber leider fehlt mir die 1% ( immer noch ). Anfangs war ich fest davon überzeugt, dass alles in meinen Händen liegt und das zu 100%. Alles was wir tun, tun wir indem wir „Entscheiden“. Es kann uns keiner nehmen ja oder nein zu sagen. Man kann uns beeinflussen, aber nicht die Entscheidung nehmen. Nach den ganzen Lehrjahren meiner Selbstständigkeit habe ich meine Meinung korrigiert. Ich habe nur 99%. Das ist verdammt viel. Aber 1% ist genug um Dich scheitern zu lassen. Was sind diese 1% -> zum falschen Zeit am falschen Ort, falsche Partnerschaften, Familientragödien, Krankheiten und vieles mehr …. 1% kann auch verdammt viel sein..Diese können wir leider nicht beeinflussen…
    Was bedeutet das?? Zum Scheitern verurteilt??

    • Ich denke es gibt kein Scheitern, sondern nur Rückschläge. Zu erkennen, was einem fehlt ist bereits ein großer Schritt. Ich empfehle daher zwei Dinge
      1) Firmen um sich herum bauen. Die Firma muss auf das eigene Skillset passen. Jeden Tag das machen, wofür man brennt und man richtig gut drin ist.
      2) Firma ergänzen mit Menschen, die ihre 99 % einbringen und damit die fehlenden 1 % abdecken.

      • CEOLE

        Hallo Fabian,

        hätte gar nicht mit einer Antwort gerechnet. Vielen Dank für Deine Antwort.
        Aber so einfach ist das ganze nicht :o)
        Du hast Erfolg und das liegt zu 99% bei Dir. Ich gönne es Dir auch von Herzen, da Du dafür viel geopfert hast. „Zeit & Kraft“…. Dazu ein Portion Mut…
        Die 1% kannst Du leider nicht beeinflussen… Stell Dir nur mal vor wie es verlaufen wäre, wenn Du vor Deinem Startup die Diagnose bekommst, dass Du ein bösartigen Tumor hast. Was ist das? Das ist die 1% die man nicht beeinflussen kann. Zu den 1% gehört auch die richtigen Freunde und Personen zu treffen. Man kann nicht einfach auf die Straße laufen und jeden ansprechen und fragen willst Du mein Freund und Partner werden. Und auch wenn das funktionieren sollte, kennt man die Person erst nur von seiner Schokoladenseite. Man geht immer ein Risiko ein. Allein in der eigenen Familie wird man fallen gelassen ( spreche aus Erfahrung ,o)

        1) Firmen um sich herum bauen. Die Firma muss auf das eigene Skillset passen
        >> mit welchem Geld eine Firma um sich bauen, wenn man alles verloren hat?
        >>Die 1% fehlt :o)
        Jeden Tag das machen, wofür man brennt und man richtig gut drin ist.
        >>Ich habe gebrannt. Ich kenne das Gefühl sehr sehr gut. Deswegen habe ich mein Studium & >>Job 2004 geschmissen. Ich bereue es nicht, denn das war meine Entscheidung und die >>Konsequenz die ich tragen muss. Ich bin ein Risiko Mensch. Habe mir keine Tür nach hinten >>offen gelassen….
        2) Firma ergänzen mit Menschen, die ihre 99 % einbringen und damit die fehlenden 1 % abdecken.
        >>Das Glück ( 1% ) anderer nehmen und die 99% füllen. Das ist gut :o)

        Ergänzen wir die 1% Prozent. Du gibt mir die Chance, Hilfe und das Vertrauen meine Idee ( wobei man vermerke, Idee gibt es wie Sand am Meer ) auf die Beine zu stellen. Und sehen ob Du meine 1% bist… ,o)

        Nochmals vielen Dank für Deine Antwort
        LG
        Le