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Woher kommt die Gründungsidee? lesen. screenen. sammeln. analysieren.

Aus meiner Sicht gibt es zwei Arten, wie man eine Idee zum gründen bekommt.
Erstens: Du wachst morgens auf und hast eine Idee. Diese Idee setzt du dann direkt um, oder sie nagt ständig in deinem Kopf und du spielst ewig mit dem Gedanken etwas daraus zu machen.
Zweitens: Du leitest deine Gründungsidee analytisch her. Heute kann ich dir gerne beschreiben, wie ich dabei vorgehe.

Ich bin kein Genie und für mich befällt eine Idee auch nicht aus dem heiteren Himmel. Hinter jeder Gründung steckt eine Inspiration und eine Menge Arbeit um diese Idee zu einem Konzept zu formen. Ideen kommen manchmal unerwartet, doch Konzepte müssen entstehen. Und wieso ist die Idee eigentlich wichtig?

Die Idee ist nichts wert – und doch enorm wichtig

In einem Buch über Groupon was ich gerade lese, wird Oliver Samwer zitiert. Er sagt, dass das größte Risiko bei einem Startup die Marktakzeptanz ist. Ob der Kunde am Ende das Produkt kauft, ist viel schwieriger zu wissen, als die Frage nach Finanzierung, Team oder Execution. Die Idee ist ohne Geld, Team und Fähigkeiten nichts wert. Doch ohne die richtige Idee, kann kein Team Erfolg haben. In diesem Fall ist die Idee wertvoll, wenn wir wissen, ob Leute am Ende für die Umsetzung der Idee dich bezahlen.

Lesen, Screenen, Sammeln und dann analysieren

Wie nun jedoch eine Idee finden? Ich habe es immer so gehandhabt: lesen, screening, sammeln und dann analysieren.

Zuerst lese ich wöchentlich vermutlich 30 verschiedene Blogs. Wenn ich ein interessantes Thema lese, ein Startup vorgestellt wird (z.B. hier) oder ein Problem diskutiert wird, mache ich mir Notizen.

Dazu lese ich täglich dutzende Nachrichtenseiten. Von TC, Gruenderszene, DS, wired, t3n, VV, usw.
Hier notiere ich mir immer, wenn eine Idee Finanzierung bekommt, neue Leute eingestellt wurden, expandiert oder sich einfach nur vorstellt.

Der Schlüssel ist Beobachtung

Eine weitere gute Quellen sind Wettbewerbe, Events (z.B.Heureka, LeWeb, SXSW) und Awards (z.B. Crunchies, The Europas). Hier stellen sich oft junge Startups vor mit innovativen Ansätzen. Wunderbar für Inspiration, neue Trends zu entdecken und Technologien kennen zu lernen. Es geht weniger darum, dass du diese Startups kopieren sollst. Viel mehr steht im Fokus, dass du erkennst was möglich ist. Welche Märkte sich gerade bewegen, welche Kundengruppen erschlossen werden.

Jede Anregung notieren

Nun schreibe ich mir alles auf. Über die Jahre habe ich ein Liste von dutzenden Stichworten erstellt, welche alle mehr oder wenig Potential für eine Gründung hätten. Auf dieser Liste stehen z.B.:

#SaaS für Landwirtschaft
# Subscription für Kondome
# Education App
# SaaS für Accounting
# Social Dining Marktplatz
# Leadgenerator für KFZ Werkstätte
# SaaS für KFZ Werkstätte
# Managementsystem für Künstler
# Pre-owned luxury marketplace
# Kennen-lernen App
# Hundemarktplatz
# Speedating App
# SaaS für Schulen
# Zeitarbeiterportal
# ePayment
# Datingseite
# Babysitterportal
# Pre-Order Seite
# …

Sicherlich wirst du denken, dass diese Ideen doch bekannt sind. Ja. Doch bei jeder dieser Ideen habe ich gemerkt, dass die bestehenden Lösungen nicht gut genug sind, oder der Markt weit mehr Anbieter verkraften könnte. Oder kennst du eine sehr gut entwickelte SaaS Lösung für die 14 Millionen Landwirte in der EU?

Dies sind halt erstmal nur Stichpunkte. Dinge die ich mit notiert habe, weil jede dieser Idee Potential hat. Und wie ich diese Ideen nun bewerte (Konkurrenz, Marktgröße, Funding, Ressourcen, usw.) schreibe ich nächste Woche als Teil meiner Gründerserie.

Interessant?
  • Elmar

    Hallo Fabian!

    @Pre-Order – diese Idee finde ich nach wie vor spannend – hast du dabei an eine bestimmte Produktgruppe gedacht? Welchen Anreiz (neben dem Preis) sollte ein potenzieller Kunde haben, Produkte vorab zu bestellen/bezahlen und erst später zu erhalten?

    • Pre Order ist ein gutes Werkzeug für Hardware (IoT) Startups. Zum einem gibt es Liquidität vorab und zum anderem hat bereits eine kleine Gruppe an Testkäufern.

      Im Endeffekt sind Kickstarter und Indigogo nichts anderes als Pre-Order Seiten für technische Startups.

      Anreize hängen von der Zielgruppe ab. Einige wollen die Technik super früh haben, andere sind neugierig und weitere glauben wirklich an die Innovation deiner Idee.