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3 Technolgiewellen – der PC, das Internet, das Smartphone – und wie man diese nutzen sollte

Unser „Online“-Fortschritt basiert auf 3 Technologiewellen: der PC, das Internet, das Smartphone. Die Zeit der PCs ist vorbei. Innovation und Erfolg im Internet ist schwerer, da es dominierende Konzerne gibt und sehr viele Akteure bereits aktiv sind. Der Markt für Apps, mobile Internet, local behavior ist noch sehr jung. Hier ist das größte Potential. Meine Empfehlung ist, dass ihr unterentwickelte Internetmärkte angeht (Bildung, Finanzen, Gesundheit) oder etwas im Mobile-Segmenet macht.
Heute morgen habe ich einen guten Artikel auf TC gelesen über drei relevanten technologischen Bewegungen unserer „Online“-Zeit. Dies sind der PC, das Internet und Mobile. Mit Mobile meine ich alle Handys, die Zugang zum Internet haben, Apps nutzen und einen großen Bildschirm besitzen (also Smartphones). Auch habe ich in den letzten Wochen die Biografie von Steve Jobs gelesen. Kurz zur Biografie: Sie ist gut geschrieben, aber  teilweise zu detailliert was das persönliche Leben von Steve  angeht. Trotzdem bekommt man einen guten Eindruck über die erste Zeit der technologischen Welle – dem PC. Jobs und Wozniak haben wirklich einen PC erfunden und Jobs hat mit seinen Innovationen (iPod, iTunes, iPhone, neue Macs, iPad) sehr viel zum heutigen technologischen Stand beigetragen.
Jedenfalls will ich darauf hinaus, dass die ersten beiden Wellen für uns immer weniger relevant sind. IBM, Apple, Intel, Microsoft, Dell. Dies sind Konzerne der PC Generation. Sie haben Hardware und Software (nicht SaaS) erschaffen und dominieren eindeutig diese Märkte. Hier noch mit Innovation zu kommen ist schwer. Entweder diese Konzerne haben selber enorme Forschungsbudgets, oder sie kaufen Konkurrenz schnell vom Markt. Es kann auch passieren, dass diese Konzerne eine Innovation einfach kopieren. Die Ressourcen haben sie dafür. Als Investor sind wir daher sehr zögerlich Unternehmen in diesem Bereich zu unterstützen. Eigentlich machen wir gar nichts in diesem Segmenet. Hardware ist teuer zu finanzieren und normale Software – davon halte ich nichts mehr (Ich bin überzeugt von Unternehmen wie Zendesk, Clio oder Shiftplanning).
Dann hätten wir die zweite Welle – das Internet. Aus meiner Sicht eine der größten Phasen von Werterschaffung seit sehr langer Zeit. Ob Google, Facebook, Groupon, Zynga oder linkedin. In den letzten knapp 10 Jahren sind Giganten entstanden. Es hat noch nie so eine kurze Zeit gebraucht, bis so große und mächtige Konzerne entstehen konnten. Doch auch hier möchte ich sagen, dass das Internet als Technologie schon über 10 Jahre alt ist. Auch wenn es in den letzten 5 Jahren einen enormen Schub gab, läuft man hinterher. Selbstverständlich kann man noch Innovation (und damit erfolgreiche neue Unternehmen) erreichen. Der ecommerce Markt ist noch nicht voll entwickelt und es gibt viele Nischen, wo sich Geld verdienen lässt. Mit Hundeland.de bedienen wir den Hundefuttermarkt, welcher erst 1% online ist. Hier ist gibt es enormes Potential zum Geldverdienen. Diese Märkte sind mit Erfahrung und top Execution zu erobern. Oder Innovationen im Geschäftsmodell sind möglich, wie es Shoedazzle (ChicChickClub in Deutschland), Fab (ähnlich wie Monoqi) und OneKingsLane (Westwing) es versuchen. Keiner von denen hat den finalen Proof-of-concept (= IPO oder öffentlich bekannte Gewinne), doch sind auf dem besten Wege. Leicht zu erreichen? Nein, denn hier ist sehr viel Geld notwendig. Wenn ihr also in diesem Bereich gründen wollt, dann nur mit Kapital. SaaS ist noch leichter mit neuen Ideen zu kommen, aber hier erfordert es viel mehr technischen Kompetenz. Mein Artikel über die 6 Arten von Gründerkarriere hilft etwas, wenn man seine eigenen Fähigkeiten und mögliche Gründungsideen abwägen möchte. Erneut betone ich, dass die Konkurrenz im ecommerce, Social, market places, lead generation usw., immer stärker wird. Es gibt eine steigende Anzahl an Inkubatoren oder erfahrenen Gründern. Wer also ein Internet Geschäftsmodell gründet, der braucht entweder mehr Geld als andere, oder hat mehr Erfahrung, mehr Geschwindigkeit oder bessere Fachkenntnisse über den Markt. Eines Tages schreibe ich mal darüber, wie man durch Analysen lukrative Geschäftsmodelle/ Gründungsideen finden kann. Weniger Konkurrenz gibt es in unterentwickelten Märkten wie Gesundheit, Bildung und Finanzen. Alles drei sind Märkte, die uns noch Millarden an Umverteilung (alten Unternehmen zu neuen Unternehmen) bescheren werden. Dies hatte ich auch hier (bitte keine Banken mehr) etwas ausgelegt.
Die dritte und neuste Welle ist Mobile. Dies ist bekannt, die Grafik von KPCB zeigt es, dutzende andere Berichte bestätigen dies. Als ich in Myanmar und Kambodscha war, habe ich es beobachtet. Die Leute haben keine PCs, aber Telefone. Ein Smartphone kostet 1/4 eines PCs, erfüllt aber 90% der alltäglichen Aufgaben (Telefonieren, SMS, Whatsapp, Facebook, Email, Fotos, mobiles Shopping). Ich bin auch selber überzeugt von den Vorteilen von mobile. Mir fiel gestern ein, dass ich ein neues Spiel für meine Xbox 360 kaufen wollte. Da ich bereits in er Ubahn war und etwas ungeduldig bin, habe ich es übers iPhone direkt bei amazon bestellt. Der Prozess war super einfach und nach 2 Minuten war die Bestellung raus. Oder ich nutze den Facebook-Messenger für 90% meiner Facebook Kommunikation. Ich schreibe ganz selten noch über den PC. Emails lese ich über 50% auf dem Handy, meine to Do Listen führe ich mobil. Immer mehr meiner Produktivität und auch Verhalten wickle ich mobil ab. So und stellt euch jetzt vor, dies macht irgendwann die Mehrheit unserer Bevölkerung. Es ist ein gigantischer Markt. Stellt euch vor, wir bezahlen nur noch mit dem Handy (statt Bargeld oder EC Karten). Oder wir nutzen das Handy um Sprachen zu lernen, unsere ganze tägliche Kommunikation abzuwickeln. Oder wir kaufen vermehrt vor Ort ein, dann wenn wir die Dinge haben wollen. z.B. im Bereich social da bewegt sich gerade sehr viel im mobile Markt. Glancee, Banjo, Highlight, Skout sind nur einige Apps, die versuchen den mobile social network und den mobile local dating Markt zu verändern. Wer jetzt noch damit anfängt, ist gut 6-9 Monate spät dran, hat aber noch Chancen. Wo könnte man noch gründen? Local shopping ist bisher unterentwickelt. Und auch der mobile Content Bereich (Entertainment) ist noch nicht dominiert. Games sind bereits durch, schwer hier was zu reißen.

Fazit: Ich möchte einfach ausdrücken, dass es zwei Bereiche gibt, wo sich Gründen lohnt. Denn entweder ihr arbeitet für ein Startup, dann ist dessen Zukunft für euch wichtig, oder ihr wollt ein Startup gründen – oder ihr findet das Thema einfach nur interessant.
Bereich 1 ist ein klassisches Internet Geschäftsmodell. Dies waren bisher mass-customization, ecommerce, social, lead generation, advertising. Erfolgreich werdet ihr, wenn ihr Bildung, Finanzen und Gesundheit angeht. 
Bereich 2 ist Mobile. Hier ist das meiste Potential. Es gibt bisher sehr wenig Vorbilder zur Monetarisierung (bisher haben nur Gaming-Hersteller ein garantiertes Einkommen). Bedeutet es ist Blue Ocean Potential. Geschäftsfelder, die durch Innovation noch geprägt werden müssen. Produkte, von denen wir noch nicht wissen, dass wir sie brauchen. Instagram ist nur das jüngste Beispiel, wie man binnen von 2 Jahren aus einer Idee einen enormen Erfolg machen kann. Erfindet das mobile Internet neu. Erstellt geniale Apps und ihr habt die größte Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Es gibt keine Konzerne, die euch blockieren. Es gibt keine dominierenden Spieler, die euch überholen. Jeder hat die Chance auf Erfolg. Jeder der dies begreift, kann sich an die Startlinie stellen.

PS: Habe Facebook Kommentare installiert. Bitte mal testen :)

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  • SarahAndrea Royce

    Ich habe den Artikel gerade erst gelesen, und musste erst einmal auf da Datum schauen – ja, für den Zeitpunkt war der Artikel recht passend. Wäre er allerdings frisch würde ich heftig gegen ihre Interpretion des App Marktes protestieren, denn in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass mit Apps als solchen kein Geld zu verdienen ist, den die Kunden sind selten bereit, dafür einen angemessenen Beitrag auszugeben. Erst wenn die Apps über andere Modelle finanziert werden (und da sind wir wieder bei SaaS) lohnt sich der Blick auf Mobil.

    Einzige Chance für eine reine Anwendung wäre, wie bei den Spielen auch, eine Orientierung Richtung InApp bezahlmodellen für Erweiterungen.

    Sich wurde ich den PC Markt nicht habt aus den Auge verlieren. Sicher ist dieser längst am Ende der Hype Kurve angekommen, aber das bedeutet auch das eskeine echte Bewegung, keine Neuerung gab. Ein typischer PC / Mac hat ein Office, eine Bildbearbeitungssoftware und ein paar Spiele installiert. (Nebst einigen kostenlosen Standards ) Und das typischerweise von Microsoft und Adobe was die Anwendungen betrifft.

    Worauf ich derzeit meinen Blick richte – und auch daran arbeite, ist den ironischerweise auch eine Kombination aus mehreren der genannten Punkte. Ich nenne es : verteilte Software.

    • Hallo Sarah,

      eine 2015 Version schreibe ich gerade. Sollte in den kommenden Tagen live gehen :)
      Hier kann ich schon sagen, dass Mobile & Apps kaum noch eine Rolle spielen (als Wachstumsthema).

      Du hast es richtig erkannt. Mit Apps ist es schwer Geld zu verdienen (Ausnahme Gaming). Aus meiner Sicht sind Mobile-Apps auch kein neues Geschäftsmodell, sondern die Bereitstellung von Diensten auf mobilen Endgeräten. Dienste, die es in vielen Fällen auch vorher gab. Statt einer Taschenlampe am Schlüsselbund, nutze ich mein Handy. Statt Emails am Rechner zu lesen, lese ich diese auf dem Handy. Fast alles, was ich mit meinem iPhone mache, habe ich vorher auch schon gemacht (spielen, lesen, schreiben, telefonieren).

      In naher Zukunft werden sich die Abspielgeräte noch erweitern. Facebook wird demnächst auf deiner Apple Watch sein, auf deinem Spiegel im Badezimmer, im Display deines Kühlschranks, im Auto oder innerhalb deiner Google Glasses.

      Daher sehe ich eine Trennung zwischen Dienstleistung und Gerät. Man entwickelt nicht für Mobile oder Desktop, sondern man hat ein Produkt und möchte dies auf allen möglichen Flächen mit dem Kunden interagieren lassen.
      Du nennst es verteilte Software. Wieso nicht? :)

      • SarahAndrea Royce

        Gaming ist auch nicht wirklich viel leichter, den es ist ein Glücksspiel. Angry Birds z.B. war etwa das 30. Spiel, das der Start up produzierte, aber der erste Erfolg.

        Etablierte Unternehmen wie EA versuchen, das habe in Form von Mobil Versionen etablierter Marken (wie Sims oder Dungeon Master ) zu umgehen, scheitern dann aber ab hohen Ansprüchen und zu offensiven Monetarisierungkonzepten. Ich habe den Markt voriges Jahr intensiv studiert, in der Hoffnung ein Hobby zum Beruf zu mußte einsehen, das dies so aussichtsreich ist, wie eine Karriere als Rockstar oder Buchautor planen zu wollen – nur mit geringen Einnahmen im Erfolgsfall. Deshalb bin ich für die eigentliche Gründung wieder zu meinen leisten zurück gekehrt und arbeite an einer Anwendungssoftware.